Und dann war er weg!

Philippe Claudel hat mit Der Junge, der in den Büchern verschwand eine Sammlung bezaubernder moderner Märchen verfasst. Eines davon hat dem Band den Titel gegeben.

Der Knabe Lucas kann in Bücher eintauchen. Ja, ganz richtig: Sobald er ein Buch öffnet, wird er in die Geschichte hineingesogen. Er liest sie nicht nur, sondern er ist mitten drin! Dann erlebt er Abenteuer im Mittelalter, im Weltraum, in der Wüste oder im Meer, ist Knappe, König, Bergsteiger oder Lawinenhund. Und niemand ist in den Büchern gemein zu Lucas! Das ist ein Segen für ihn, denn in der Realität hat der arme Kerl nicht viel zu lachen; zuhause von den Eltern schikaniert und in der Schule von den Kameraden gehänselt, führt er ein recht klägliches Dasein. Der Autor streift dabei ein heikles Thema: „Es kommt eben vor, dass Eltern ihre Kinder nicht lieb haben, nur dass man normalerweise nicht darüber spricht. In Geschichten für Kinder ist jedenfalls nie die Rede davon.

Eines Tage beschliesst Lucas, seinem elenden Leben zu entfliehen, und zwar endgültig! Er weiss auch schon, wie… An diesem Morgen finden die Eltern in seinem Zimmer keinen Lucas, aber dafür ein Buch mit dem Titel Die schönsten Geschichten der Welt. Lucas bleibt verschwunden.

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