Oder war’s doch der Gärtner?

Zum englischen Landhauskrimi gehört er wie der Tee zum Nachmittag: Der Butler (ein fast unübersetzbares Wort, ähnlich wie Gentleman), der ranghöchste männliche Dienstbote im herrschaftlichen Haushalt. Immer korrekt, immer diskret, immer im Hintergrund, aber stets da, wenn man ihn braucht. Jetzt bei buchplanet.ch: Der Tote ist immer der Butler von Dorothy Cannell.

Auf Gossinger Hall in Lincolnshire bebt die Erde – im übertragenen Sinn. Sir Henry Gossinger, der Hausherr, hat beschlossen, seinen langjährigen Butler Hutchins als Erben einzusetzen. Ein Domestik soll Gossinger Hall erben, den jahrhundertealten Familiensitz! Die Verwandtschaft ist empört! Als da wären: Lady Gossinger, geborene Mabel Bowser, aus einfachen Verhältnissen stammend und nur auf ihre gesellschaftliche Stellung erpicht; Vivian Gossinger, Neffe und von Beruf Vertreter für Herren-Toilettenartikel; und Sophie Doffit, ihres Zeichens arme Verwandte, vor Jahren einmal „zu Besuch“ gekommen und seither immer noch da. Kurze Zeit später liegt Hutchins tot in dem mittelalterlichen Plumpsklo, das eine der Hauptattraktionen des Hauses bildet. Zufall? Flora, die Enkelin des übrigens sehr monarchistisch eingestellten Butlers, macht sich zunächst keine weiteren Gedanken. Sie will fern von Gossinger Hall ein neues Leben beginnen, vielleicht einen kleinen Trödelladen eröffnen. Doch so leicht kommt sie nicht davon; Sir Henry spielt neuerdings mit dem Gedanken, sie zu seiner Erbin zu machen. Ist Flora in Gefahr?

Und dann ist da noch Boris Smith, der elfjährige Grossneffe von Lady Gossinger (man sieht ihn beim Lesen förmlich vor sich, den sommersprossigen Lümmel in Schuluniform), der just am Tag von Hutchins‘ „Ableben auf dem Abort“ mit seiner Klasse Gossinger Hall besuchte…

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