Weg mit dem Löffel!

In unserer lebensbejahenden, jugend- und gesundheitsfanatischen Gesellschaft spricht man nicht gerne über den Tod. In ihrem Lexikon merkwürdiger Todesarten erzählt Katja Doubek von Sonderfällen des Den-Löffel-Abgebens.

„Man soll dann aufhören, wenn es am schönsten ist“ könnte sich der britische Admiral Horatio Nelson gedacht haben – er wurde 1805 bei Trafalgar tödlich verwundet, im Augenblick seines grössten Triumphes. Auf welche Art der Schriftsteller Ödön von Horváth ums Leben kam, habe ich schon einmal erwähnt (Blog vom 19. November 2019). Der Tänzerin Isadora Duncan wurde ihr langer Schal zum Verhängnis; dieser verhedderte sich im Hinterrad des Autos (eines Bugattis) und brach seiner Besitzerin das Genick, als ihr Geliebter am Steuer Gas gab. „Sterben ist verdammt hart!“ sollen die letzten Worte des Malers Henri de Toulouse-Lautrec gewesen sein. An einem Arbeitsunfall starb der Komponist Jean-Baptiste Lully, der mit einem langen Stab den Takt auf den Boden klopfte, dabei seinen Fuss erwischte und sich tödlich verletzte. Peinlich konnte es werden, wenn hohe Herren, etwa der französische Staatspräsident Félix Faure oder der britische Premierminister Lord Palmerston, ausgerechnet beim Liebesspiel das Zeitliche segneten. Und wenn es sich auch noch nicht um die jeweilige Ehefrau handelte, wurde die Geschichte erst recht pikant. Ein Amerikaner wurde nachts vom Klingeln des Telefons geweckt, erwischte aber anstatt des Hörers die danebenliegende Pistole, aus der sich ein Schuss löste… Und dann war da noch jener Tierpfleger aus Paderborn, der einem an Verstopfung leidenden Elefanten ein Abführmittel verabreichte. Als bei dem Patienten dann die Post ab ging, wurde der wackere Pfleger von der Lawine aus Exkrementen verschüttet…

Finden Sie das makaber? Oder irgendwie unanständig? Aber der Gang über den Jordan gehört doch letztlich genauso zum Leben wie die Geburt!Übrigens: Der antike Arzt Galen war der Meinung, ein im Meer Sterbender würde grosse Mengen Wasser schlucken, bis sein Körper schliesslich „überfüllt“ sei. Deshalb spricht man von „Ertrinken“.

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