Die Nase der Nasen

Wem gehört die berühmteste Nase der Weltliteratur? Dumme Frage, natürlich Pinocchio! Offenbar heisst das Pinienkern auf Italienisch. (Anmerkung: Wir sprechen hier nicht von Disney, sondern vom Original!)

Der Tischler Geppetto schnitzt eine Puppe aus Holz und gibt ihr den Namen Pinocchio. Der hölzerne Junge ist kaum fertig, da entwickelt er auch schon ein Eigenleben und erweist sich als ausgesprochener Lausbub. Sobald er Beine hat, läuft Pinocchio auf und davon. Während seiner Abenteuer begegnet er Anlagebetrügern und Menschenhändlern, muss einen Schulfreund jämmerlich sterben sehen und die Erfahrung machen, dass man besser auf seine Grille (sein Gewissen) hören sollte. Doch immerhin findet Pinocchio auch eine Verbündete: Die Fee mit den blauen Haaren. Sie wird ihm helfen, ein Mensch zu werden, ein richtiger Junge aus Fleisch und Blut. Denn dies ist Pinocchios grösster Wunsch.

Man kann Carlo Collodis Werk natürlich kritisieren, vor allem für seine „Pädagogik mit dem Vorschlaghammer“ ganz im Stil des 19. Jahrhunderts (Seid brav und folgsam, liebe Kinder – sonst setzt es was!)… Aber die Poesie der Sprache und die schlichte, allgemein gültige Moral haben ihre Wirkung nicht verloren. Ausserdem kennt doch jedes Kind dieses uralte Dilemma: Man würde ja gerne brav sein, hat auch die besten Vorsätze, aber diese dauernden Versuchungen…

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