Bunkermentalität

Wir erleben ein Pandemie-Jahr. Zur Zeit einer Pandemie spielt auch der Thriller Under Ground von S. L. Grey.

Während in Amerika eine tödliche Infektionskrankheit wütet, hat ein Mann namens Greg Fuller mitten im Nirgendwo einen riesigen Bunker bauen lassen, das sogenannte Sanctum – acht Kellergeschosse untereinander, bestehend aus komfortablen Wohnungen, Swimming Pool, Fitnessraum, Vorratslagern, Stromgenerator, das Ganze umgeben von Stacheldraht… eine völlig autarke Luxuswelt für reiche Leute, die vor der Seuche fliehen wollen. Sobald alle Mietparteien eingetroffen sind, macht man den Deckel zu, schliesst ab und wartet seelenruhig, bis das Schlimmste vorbei ist. Zumindest theoretisch. In der Praxis ist es leider nicht ganz so einfach; so viele Leute auf engstem Raum, reiche Schnösel, zerrüttete Beziehungen, kochende Hormone, wohlgehütete Geheimnisse… Am schlimmsten ist die vierköpfige Familie Guthrie: Rassismus, Sexismus, Waffen-Fimmel, dazu noch fundamental-christliche Frömmlerei. Dann passiert, was in einer solchen Geschichte passieren muss: Greg Fuller wird tot aufgefunden – ermordet! Und das Wissen, wie man die Eingangstür öffnet, hat er (bildlich gesprochen) mit ins Grab genommen. Da haben wir die Bescherung! Die Sanctum-Bewohner, die sich eben noch in Sicherheit wähnten, sitzen plötzlich in einem Gefängnis. In einem Gefängnis mit einem Mörder oder einer Mörderin drin. Kein WLAN, keine medizinische Versorgung. Die Vorräte an Lebensmitteln und Sauerstoff werden nicht ewig reichen… Was nun? Wird hier ein ähnliches Phänomen zu beobachten sein wie in William Goldings Klassiker Lord of the Flies (Blog vom 1. Juli 2014)? Wird die Notlage in den Menschen die primitivsten Instinkte wecken? Wird es sich irgendwann rächen, dass trotz des ganzen Komforts bei einigen essentiellen Details im Bunker gespart wurde? Will Boucher, ehemaliger Bauleiter des Sanctums, hat jedenfalls alle Hände voll zu tun damit, die Situation einigermassen unter Kontrolle zu halten. Irgendeinen Ausweg muss es doch geben! Oder?

17 Personen und ein Hund haben den Bunker betreten. Mal sehen, wie viele ihn lebend verlassen…

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