Allez, Enfants de la Patrie!

Vive la France! Zum heutigen französischen Nationalfeiertag präsentiert buchplanet.ch einen der berühmtesten (allerdings fiktiven) Söhne der Grande Nation: Arsène Lupin!

Interessant ist beispielsweise die Erzählung Herlock Sholmes kommt zu spät. Als der reiche Bankier Georges Devanne eines Morgens feststellt, dass in seinem Schloss Thibermesnil der Salon leergeräumt wurde – Möbel, Gemälde, Kunstgegenstände, alles weg – ist er durchaus nicht überrascht. Er hat damit gerechnet, dass Meisterdieb Arsène Lupin ihm die Ehre erweisen würde, und daher vorgesorgt: Herlock Sholmes, der berühmte Kriminalist aus England, soll dem König der Einbrecher das Handwerk legen! Zwei Genies treten zum Duell an; allerdings deutet der Titel schon darauf hin, wie die Sache ausgehen wird… In der Geschichte Das Kollier der Königin geht es um eben jenes historische Schmuckstück, das in Frankreich einst einen so grossen Skandal auslöste (die „Halsbandaffäre“, Blog vom 18. Juni 2018). Das gute Stück verschwindet nämlich aus einem unzugänglichen Raum, ohne die geringste Spur… Ausserdem (ich glaube nicht, dass ich zuviel verrate) erfährt das Publikum hier, wie Lupin seine Karriere begann – im zarten Alter von sechs Jahren!

Es lässt sich nicht bestreiten: Arsène Lupin, der gentleman-cambrioleur, ist kein Dieb wie die anderen. Er ist ein regelrechter Künstler, ein Meister der Verkleidung, der die Identität wechselt wie andere Leute die Unterwäsche und der auch manchmal einen weniger kultivierten Verbrecher selbständig bestraft. Und er arbeitet quasi mit abgespreiztem kleinem Finger; körperliche Gewaltanwendung ist unter seinem Niveau. Maurice Leblanc hat, ähnlich wie Arthur Conan Doyle, einen Klassiker geschaffen, der sich irgendwann verselbständigte. Lesen Sie dazu den Blog vom 27. September 2018.

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