Wo Berge sich erheben

Mark Twain (Blog vom 20. März 2014) war nicht der einzige Schriftsteller, der den Schweizer Tourismus im späten 19. Jahrhundert beschrieben hat.

Monsieur Tartarin aus Tarascon in Südfrankreich ist Präsident des Alpenclubs in seiner Heimatstadt. Und weil er das bleiben will, plant er ein grosses Vorhaben, ein richtiges Berg-Abenteuer: Auf in die Schweizer Alpen! Er, Tartarin aus Tarascon, wird die Fahne seines Klubs auf einem der höchsten Berge Europas aufpflanzen! Also Alpenstock, Steigeisen und Eispickel besorgt, das Testament geschrieben und los geht’s. Erste Station: Die Rigi. Aber natürlich nicht mit der Bahn, sondern zu Fuss; überhaupt ist Tartarin etwas enttäuscht von diesem „Berg“ mit Eisenbahn, Hotels und allem Komfort. Nächster Halt: Die Tellsplatte. Dort wartet die nächste Enttäuschung. Diesen Wilhelm Tell soll es gar nicht gegeben haben! Das ist doch wohl der Gipfel! Apropos Gipfel – jetzt fährt Tartarin nach Interlaken und rüstet sich für die Erklimmung der Jungfrau (die Bahn auf das Jungfraujoch gibt es damals noch nicht).

Überhaupt ist die ganze Schweiz in Wirklichkeit ja nur ein einziger riesiger Kursaal, von einer Firma gepachtet, die Bergbahnen und Hotels baut und das ganze Land für die Touristen in Schuss hält. Tartarins Reise in die Schweizer Alpen heisst dieses satirische Buch von Alphonse Daudet.

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