Füürio!

Ein besonderes Feuer war Das griechische Feuer. So heisst ein historischer Roman von Luigi Malerba.

Konstantinopel, auch Byzanz genannt, Hauptstadt des Oströmischen Reichs. Sein weströmisches Pendant ist schon lange untergegangen, aber Ostrom gedeiht und floriert. Anno Domini 962 regiert hier die Kaiserin Theophano, unterstützt von dem Eunuchen Joseph Bringas, einer aalglatten Hofschranze. Das Reich steht und fällt mit dem griechischen Feuer. Was das ist? Eine Geheimwaffe, mit der man brennende Geschosse abfeuern kann. Feuerkugeln, die sich nicht einmal mit Wasser löschen lassen – für die damalige Zeit eine wahre Wunderwaffe! Das Geheimnis der Herstellung des griechischen Feuers ist das am besten gehütete Staatsgeheimnis des Byzantinischen Kaiserreichs; jeder, der es kennt, ist ein potentielles Sicherheitsrisiko und wird, sofern er nicht zur Kenntnis befugt ist, unweigerlich mit dem Tode bestraft! Leontios Manuel ist als Pulvermeister für die Herstellung des Feuers zuständig und hat die Rezeptur in Verwahrung, bezahlt dieses Privileg jedoch mit einem Leben in ewiger Gefangenschaft tief unten in den Katakomben. Doch dann – Katastrophe! Leontios Manuel liegt mit durchgeschnittener Kehle in seinem Zimmer und das Pergament mit der Formel ist verschwunden! Hochverrat! Das Reich ist in Gefahr! Jemand muss die Sache aufklären, das fatale Pergament so schnell wie möglich wiederfinden und eventuelle Mitwisser zum Schweigen bringen. Aber das ist gar nicht so einfach, wenn jeder, der die geheimnisvolle Formel sieht, sterben muss… selbst wenn es der Bruder des Kaisers wäre. Oder anders ausgedrückt: Wie, bitte schön, soll man ein Pergament finden, das man nicht sehen darf?

Der Hof von Konstantinopel ist ein gefährlicher Ort, auch ohne griechisches Feuer. Alt wird man dort kaum; die meisten Höflinge und Beamten beschliessen ihr Leben entweder in einem weit entfernten Kloster oder in einem Sack auf dem Meeresgrund. Wie das Geheimnis in diesem Sumpf von Intrigen und Ränken so lange gewahrt bleiben konnte, das ist mir schleierhaft.

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