„Der Ritter und die Ritterin haben einen Schwips“

Oder: Kiss me, Kater. So nennt Georg Kreisler (Blog vom 12. November 2013) seine Opern-Parodie. Ja, die Welt der Oper ist manchmal schon etwas konfus. Aber ich liebe sie trotzdem.

Leoncavallos Der Bajazzo: Zwei Tote. Verdis Die Macht des Schicksals: Drei Tote. Wagners Der Ring des Nibelungen: Sieben Tote. Die reinste Gemeinschafts-Beerdigung, so ein Opernbesuch (deshalb tragen Herren ja auch meistens einen dunklen Anzug)! In Mozarts Don Giovanni geht die Titelfigur drauf, weil sie ausnahmsweise anstatt einer Frau einen Mann zum Essen einlädt – Künstlerpech. In Wagners Lohengrin zieht der Datenschutz gegenüber dem menschlichen Informationsbedürfnis den Kürzeren. In Mozarts Die Zauberflöte, in Wagners Die Meistersinger von Nürnberg und in Webers Der Freischütz werden Töchter als Erste Preise bzw. Erfolgsprämien für tüchtige Herren missbraucht. Vom heutigen Standpunkt aus skandalös! Aber natürlich spielt die Liebe in all ihren Varianten auch immer eine grosse und meistens ungesunde Rolle für die Protagonisten des Musiktheaters, ob in Bizets Carmen, in Donizettis Lucia di Lammermore, in Bellinis Norma, in Tschaikowskis Eugen Onegin oder in Offenbachs Hoffmanns Erzählungen. In Verdis La Traviata und in Puccinis La Bohème husten sich schwindsüchtige Damen zu Tode, was sie allerdings nicht am Singen hindert. Überhaupt ist es merkwürdig, wie lange eine sterbende Person auf der Opernbühne noch singen kann, bevor ihr endlich endgültig die Luft ausgeht.

Haben Sie irgendwo zwischen diesen vielen Komponisten und Werken den Faden verloren, geschätztes Publikum? Dann lesen Sie den Einzig wahren Opernführer von Wolfgang Körner, da steht alles Nötige drin. Auch Operetten und Musicals werden dort erklärt – und bewertet!

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