Die Bretter, die die Welt bedeuten

Nein, ich spreche nicht von Skiern! Ich meine die Bühne, genauer gesagt den Roman Theater von William Somerset Maugham.

Michael Gosselyn ist Direktor des Siddons Theatre – keine Schmiere, sondern ein erstklassiges, renommiertes Haus! Er und seine Frau Julia Lambert, die Primadonna des Hauses, sind angesehene, erfolgreiche Theaterleute. Der Prinzipal war einst ein blendend aussehender jugendlicher Liebhaber und ist immer noch ziemlich attraktiv. Kennengelernt hat er seine Frau, die schauspielerisch mehrere Klassen über ihm steht… na wo wohl? Natürlich im Theater. Gemeinsam haben sie gearbeitet und gespart, bis sie in London ihr eigenes Theater eröffnen konnten. Doch bis dahin war es ein langer, mühsamer Weg. Man muss Beziehungen pflegen (Julia nennt mindestens zwei Herzoginnen beim Vornamen!), selbst zu Leuten, die einem eigentlich nicht sympathisch sind. Julia, Tochter eines einfachen Tierarztes von der Insel Jersey, hat die Parallelen zwischen der Theaterbühne und der grossen Welt erkannt und bewegt sich in beiden Szenerien mit gleicher Souveränität. Sie unterhält eine (rein platonische) Beziehung zu dem reichen Aristokraten Lord Charles Tamerley und eine (nicht ganz so platonische) Liebschaft mit dem jungen Bücher-Revisor Thomas Fennel. Der Letztere kommt sich irgendwann seltsam vor, als er immer mehr Geld und Geschenke von der reichen Schauspielerin bekommt… Gute Voraussetzungen für bühnenreife Verwicklungen. Aber wenn die ganze Welt eine Bühne ist (All the world is a stage, William Shakespeare), muss das Leben dann auch wie ein Theaterstück verlaufen? Wie auch immer: There’s no business like showbusiness!

Der Autor wirft hier einen Blick hinter die Kulissen – im wahrsten Sinn des Wortes.

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