Hotel Omega

Ein ganz besonderes Etablissement ist das Hotel Alpha, „Hauptperson“ des gleichnamigen Romans von Mark Watson.

Das Alpha an der Euston Road ist eine der besten Adressen Londons. Der Patron, ein gewisser Howard York, ist ein wahrer Tausendsassa, der mit unermüdlicher Energie den Betrieb am Laufen hält, obwohl er vom Hotelgewerbe eigentlich gar keine Ahnung hat. Für solche Details ist Graham Adam zuständig, der langjährige Concierge. Unterstützt von seiner Assistentin Agatha dirigiert dieser das Alpha von seinem Tisch in der Halle aus und bemüht sich, Howards verrückte Einfälle möglichst realistisch in die Praxis umzusetzen. Sarah-Jane York ergänzt ihren Ehemann Howard geradezu ideal. Und dann wäre da noch Chas, der blinde Adoptivsohn des Patron-Paares; durch seine Blindheit nimmt er die Atmosphäre des Hotels auf ganz eigene Weise wahr. Ausserdem saugt er wie ein Schwamm jede Art von Information auf über die Welt, die er nicht sieht. Jahrelang verlässt Chas kaum das Hotel, erst als junger Erwachsener entdeckt er, begleitet von der Journalistin Kathleen, die Aussenwelt. Sie erzählt ihm alles, was es zu sehen gibt, und ermutigt ihn, aus seinem bisherigen Dasein auszubrechen. Ausserdem will Kathleen das Geheimnis lüften. Das Geheimnis des Hotels Alpha, das Geheimnis von Zimmer 77, das Geheimnis jenes Brandes, der Chas damals zur Waise machte und ihm das Augenlicht raubte.

Seit Vicki Baum und ihrem Roman Menschen im Hotel (Blog vom 27. Februar 2014) sind Hotels in der Literatur bekannt als Schauplätze der grossen, weiten Welt. Auch das Hotel Alpha ist im Grunde eine Bühne für die vielen Spielarten der menschlichen Natur.

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