Schatz, geh, bring das Arsen g’schwind her…

Die Natur hält unzählige Mittel gegen menschliche Leiden bereit – aber auch viele Stoffe, die Menschen schaden können. Oft handelt es sich dabei sogar um die gleichen Substanzen, es ist nur eine Frage der Quantität.

Schon seit Urzeiten nutzen die Menschen natürliche Stoffe für die Jagd (Curare und andere Pfeilgifte), für Hinrichtungen (Sokrates und der Schierlingsbecher) und natürlich auch für Morde (Kaiser Claudius). „Beliebt“ sind Nachtschattengewächse wie Tollkirsche, Bilsenkraut und Alraune, sowie Pilze (etwa der Knollenblätterpilz oder der Berühmteste aller Pilze, der Fliegenpilz). Neben den pflanzlichen sind selbstverständlich auch die tierischen Gift-Lieferanten zu erwähnen: Schlangen (Fall Kleopatra), Spinnen, Fische, Frösche… Auch die chemische Kriegsführung, also der Einsatz von Giften als Waffe in militärischen Konflikten, ist seit der Antike bekannt. Ungefähr ebenso alt dürfte die Sitte sein, sich mittels Pflanzen zu berauschen (schon Homer erzählt in der Odyssee von den Lotophagen, den Lotos-Essern, die alles vergessen und nur noch ihrem trügerischen Paradies nachhängen). Das reicht von relativ harmlosen Genussmitteln wie Tabak bis hin zu den härtesten Rauschgiften. Der Schlafmohn und seine Endprodukte (Opium, Morphium usw.) sind ein klassisches Beispiel dafür, wie Heilmittel im Lauf der Jahrhunderte immer wieder missbraucht bzw. zweckentfremdet wurden. Auch Alkohol hat immer eine pflanzliche Grundlage, vom Bier (Hopfen) über den Wein (Reben) bis zum Absinth (Wermut, Anis und Fenchel). Der Letztere, die sagenumwobene grüne Fee (la fée verte), musste, seiner starken Rauschwirkung wegen, zeitweise sogar verboten werden.

Am gefährlichsten für den Menschen sind wohl Mikroorganismen, die Lebensmittel vergiften, allen voran der berüchtigte Roggen-Parasit Mutterkorn, der in vergangenen Jahrhunderten zuweilen regelrechte Vergiftungs-Epidemien auslöste. Jetzt bei buchplanet.ch: Mord, Magie und Medizin. Aus dem Giftschrank der Natur von John Mann. Das Buch ist eine auch für Laien gut lesbare Mischung aus Kulturgeschichte, Biologie und Chemie. Übrigens galt Gift in der Vergangenheit als typische Frauenwaffe (wenig Körperkraft erforderlich, Zusammenhang mit der Küche).

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