Ab durch den Nebel!

Auf 460 Seiten bringt es Die Chroniken vom AnbeginnEmerald von John Stephens. Ich schwärme bekanntlich für angelsächsische Kinderliteratur und dieses Buch ist in mancherlei Hinsicht ein moderner Klassiker.

Die Geschwister Kate, Michael und Emma (das fürsorgliche Mütterchen, der gescheite, aber unpraktische Träumer und das resolute Nesthäkchen – geradezu klassisch) haben eine lange Odyssee durch Waisenhäuser jeder Art hinter sich, als sie im Haus von Doktor Stanislaus Pym einquartiert werden. Über einen See und durch einen mysteriösen Nebel hindurch gelangen die Kinder nach Cambridge Falls. In einem düsteren alten Haus (Wo denn sonst?) mit einem unfreundlichen Drachen von Haushälterin (Sieh an!) stossen die Geschwister auf die Spur einer wunderschönen, bezaubernden russischen Gräfin aus dem 19. Jahrhundert, die (Wer hätte das gedacht?) im Nebenberuf eine böse Hexe ist. Besagte Gräfin (für ihr Alter übrigens sehr gut erhalten) ist, zwecks Erlangung der Weltherrschaft (Hört, hört!), auf der Suche nach einem geheimnisvollen Buch, sekundiert von einem schleimigen Gehilfen (Aha!) und einer Privatarmee gedankenloser Lakaien (Na Bravo!). Dann gibt es noch eine einschlägige Prophezeiung (Ach nee!). Ein heroischer Kämpfer gehört natürlich auch zum Personal (er hört übrigens auf den schönen Namen Gabriel). Ausserdem spielen Zeitreisen eine wichtige Rolle; irgendwann wird es ein bisschen unübersichtlich mit den verschiedenen Gegenwarten, Vergangenheiten und Zukünften. Was ist nun wann passiert und was wird worauf welche Auswirkungen haben? Zank und Streitereien unter Geschwistern kommen ebenso vor wie unerwartetes Heldentum, heimtückischer Verrat und geheime Sehnsüchte (was eben so dazugehört).

Das Buch erschien erstmals 2011, aber die historische Tradition des Werks ist nicht zu übersehen.

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