Le seul en Espagne

Wir von buchplanet.ch lieben Bücher, zugegeben. Aber man kann es auch übertreiben.

In Barcelona lebt ein Mann namens Giacomo (warum er als Spanier einen italienischen Namen hat, weiss ich nicht). Dieser Giacomo, eine Figur wie aus einer Geschichte von E. T. A. Hoffmann (steht so im Text), kennt nur eine Leidenschaft im Leben: Bücher. Ihnen gehört seine ganze Liebe. Giacomo hat weder eine Frau, noch Verwandte, noch Freunde, noch sonst irgendwas; stattdessen hängt er geradezu närrisch an seinen Büchern. Sein ganzes Geld gibt er – und zwar mit Freude! – für bibliophile Schätze aus, selbst wenn er deswegen tagelang hungern muss. Jetzt gerade hat er es auf eine wahre Kostbarkeit abgesehen: Eine lateinische Bibel mit griechischen Kommentaren, seinerzeit das erste Buch überhaupt, das in Spanien gedruckt wurde, und ausserdem das einzige noch existierende Exemplar im ganzen Land. Doch bei der Auktion wird Giacomo überboten, und dann auch noch ausgerechnet von Baptisto, seinem grössten Rivalen im Bereich des Büchersammelns! Das darf doch wohl nicht wahr sein! Wie weit wird ein Besessener wie Giacomo gehen, wenn es sich um ein so einmaliges Buch handelt, „le seul en Espagne„?

Bibliomanie, also Bücherwahn heisst die Erzählung, die Gustave Flaubert 1836 schrieb, im zarten Alter von fünfzehn Jahren.

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