Fischers Fritz fischt frische Fische

In den Gesammelten Werken von Rudyard Kipling (vergleiche Blog vom 2. Mai 2019) findet man auch den Roman Fischerjungs.

Harvey Cheyne, verhätschelter Sohn eines amerikanischen Millionärs, ist ein übler Bengel. Eitel, arrogant – so richtig unausstehlich! Doch dann fällt er bei einer Seereise über Bord (ihm ist von einer Zigarre schlecht geworden) und wird von dem Fischer Manuel aus dem Ozean gezogen. An Bord des Fischerbootes Da sind wir unter dem Kommando von Kapitän Disko Troop erlebt das Herrensöhnchen sein blaues Wunder; da ganz offensichtlich niemand die Absicht hat, nach seiner Pfeife zu tanzen, bleibt Harvey nichts anderes übrig, als sich anzupassen; denn wer nicht arbeitet, der bekommt auch nichts zu essen! In der Obhut von Dan, dem Sohn des Kapitäns, erlernt der Junge das Handwerk des Heiligen Petrus – und findet Gefallen daran. Ausserdem erkennt er den Wert gemeinschaftlicher Arbeit, für die er wohlgemerkt als Heuer gerade mal 5 % seines gewohnten Taschengeldes bekommt. Als die Da sind wir nach drei Monaten wieder im Hafen von Gloucester (Massachusetts) einläuft, ist Harvey ein richtiger junger Fischer geworden. Seine Eltern, die – standesgemäss im privaten Salonwagen, versteht sich! – aus Kalifornien herbeigeeilt sind, erkennen ihn kaum wieder. Der Abschied von den Fischern fällt ihm schwer; diese Erfahrung hat nicht nur Harveys Charakter geläutert, sie wird auch seine Karriere entscheidend beeinflussen.

Captains Courageous, so der Originaltitel des Romans, wurde schon mindestens dreimal verfilmt. Die Version von 1937 (mit Freddie Bartholomew als Harvey, Spencer Tracy als Manuel, Lionel Barrymore als Disko und Mickey Rooney als Dan) gehört zur umfangreichen Kollektion meiner Lieblingsfilme.

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