Die halbierte Wohnung

Claude Raupenstrauch aus Wien, dreizehn Jahre alt, Hauptperson im Roman Der Junge bekommt das Beste zuletzt von Dirk Stermann, ist kein gewöhnlicher Jugendlicher. Und zwar nicht nur in Bezug auf seinen Namen (er heisst so nach Claude Debussy oder nach Claude Lévy-Strauss, je nach Standpunkt).

Nach bewährtem Vorbild wird in der Wohnung der Raupenstrauchs eine Mauer gebaut. Der Vater und Claude hüben – die Mutter, Claudes Bruder Bronislaw und ein Indio drüben. Moment mal, ein Indio? Tja, Frau Raupenstrauch ist eben Ethnologin und nimmt es mit ihren Studien genau! Eines schönen Tages ist die Mutter mitsamt Bronislaw und Indio über alle Berge; wenig später türmt auch der Vater mit seiner neuen Freundin; Claude, der übrigens ein makaberes Interesse an Hinrichtungen jeder Art hegt, bleibt allein zurück und weiss nicht weiter. Zuflucht findet er bei einem serbischen Taxifahrer mit höchst fragwürdigem Fahrstil – allerdings könnte dieser Serbe auch etwas völlig anderes sein, er besitzt nämlich einen ganzen Stapel von Pässen. Ausserdem passiert, was passieren muss: Claude lernt ein Mädchen kennen…

Eine solche Jugend ist schwer„, das wusste schon Klaus Schädelins Eugen (Blog vom 11. Februar 2014). Dass dreizehn Jahre alt zu sein ein Geburtsfehler sei, der sich nur langsam korrigiere, würde Claude wohl auch behaupten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.