Immer dieser Regenbogen!

Ein „wahres Märchen“ für das neue Jahr:

Es war einmal eine Frau namens Frances. Frances kommt am 10. Juni 1922 in Grand Rapids im amerikanischen Bundesstaat Minnesota zur Welt, als dritte Tochter eines Provinzschauspieler-Paars. Ihr Bühnendebüt findet zu Weihnachten 1924 (!) statt, danach tritt Frances immer wieder, zusammen mit ihren beiden älteren Schwestern, singend und tanzend auf. 1935 wird sie „entdeckt“ – Metro-Goldwyn-Mayer nimmt die Dreizehnjährige unter Vertrag und baut sie (dirigiert von dem berüchtigten Studio-Tyrann Louis B. Mayer) systematisch zum Star auf, obwohl sie für einen klassischen Kinderstar eigentlich schon ein bisschen zu alt ist. Besonders wichtig ist die Zusammenarbeit mit Mickey Rooney; er und Frances sind damals das Teenie-Traumpaar Amerikas. Alle Bemühungen kulminieren 1939 in einem Filmklassiker, der Frances endgültig zu Weltruhm verhilft. In den folgenden Jahren steht sie zwar fleissig vor der Kamera, doch eines solchen Erfolg wie jenen Film, in dem Frances „Over the Rainbow“ singt, gibt es nicht wieder. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist das „alte Hollywood“ mit seinem Star-und-Studio-System Geschichte; es muss gespart werden, auch das Fernsehen macht der Filmbranche neuerdings Konkurrenz. Als Frances 1950 nicht mehr von Metro-Goldwyn-Mayer engagiert wird, kehrt sie zur Bühne und zum Gesang zurück. Was gibt es sonst noch über sie zu erzählen? Fünf Ehen; drei Kinder; trotz hoher Gagen viele Schulden. Erstaunlicherweise ist Frances immer bei Stimme und kann auf der Bühne stets ihre Wirkung entfalten, obwohl sie sich körperlich immer mehr zugrunde richtet – Alkohol, Zigaretten und jene Pillen, die man einst schon im MGM-Studio dem jungen Mädchen verabreicht hat, wenn es nicht brav war… Am 22. Juni 1969 stirbt Frances in London. Todesursache: Überdosis.

Frances Ethel Gumm hiess sie mit bürgerlichem Namen. Doch die Welt kannte und kennt sie als Judy Garland bzw. als Dorothy in The Wizard of Oz. In Judy Garland. A Portrait in Art and Anecdote von John Fricke kann man ihre Karriere verfolgen.

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