Sieg Heil!… Oder doch nicht?

Mit der Frage „Was wäre gewesen, wenn…?“ befasst sich Wolfgang Brenner in seinem Roman Führerlos.

Am 8. November 1939 explodiert im Bürgerbräukeller in München die Bombe, die Georg Elser dort platziert hat. Adolf Hitler ist sofort tot, erschlagen von der einstürzenden Decke. Das Grossdeutsche Reich, seit zwei Monaten im Krieg, steht plötzlich ohne Führer da! Was nun? Propagandaminister Joseph Goebbels verhängt umgehend eine Nachrichtensperre, um Hitlers Ableben so lange wie möglich geheim zu halten, und bringt sich in Stellung für die Machtkämpfe, die nun in der Chefetage des Dritten Reichs ausbrechen. Wer erobert den Posten an der Spitze? Zuerst spielt Goebbels den Luftwaffen-Obermotz Hermann Göring und den SS-Boss Heinrich Himmler gegeneinander aus. Dann zieht er die „Gewissermassen-Witwe“ des Führers auf seine Seite, Eva Braun, von der er sich Hilfe beim Aufstieg verspricht. Doch Göring pocht auf einen einschlägigen Erlass Hitlers, proklamiert sich im Rundfunk zum Nachfolger des Führers und bezieht mit grossem Trara in Berlin die Neue Reichskanzlei. Sobald er erst einmal in dem überdimensionierten Arbeitszimmer sitzt, das Hitler kaum je benutzt hat, muss Göring jedoch feststellen, dass alles gar nicht so einfach ist, wie er es sich vorgestellt hat. Sein alter Rivale Goebbels ist nicht der Einzige, der Schwierigkeiten macht. Rudolf Hess (Partei), Reinhard Heydrich (SS), Joachim von Ribbentrop (Regierung), Wilhelm Keitel, Walter von Brauchitsch und Erich Raeder (Wehrmacht) – jeder kocht sein eigenes Süppchen und interessiert sich in erster Linie für seinen persönlichen Vorteil. Und als der neue Reichskanzler Göring den greisen Kaiser Wilhelm II. aus dem niederländischen Exil zurück ins Reich holt, handelt er sich damit noch zusätzlichen Ärger ein; denn der alte Herr denkt gar nicht daran, sich mit einer bloss repräsentativen Rolle zufrieden zu geben.

Tja, was wäre wohl passiert, wenn… Elsers Attentat geklappt hätte? Mit einer ähnlichen Frage habe ich mich schon einmal beschäftigt (Blog vom 15. August 2017).

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