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Archiv vom ‘Recycling’

26. Februar 2014

Eloisa Cartonera in Buenos Aires

by Sara Grob

REISEERINNERUNG VON SARA GROB

Dies ist der erste Bericht meiner Argentinienreise. Passenderweise hat eine Mitarbeiterin von buchplanet.ch diesen Beitrag in die spanische Sprache übersetzt. Herzlichen Dank!

In Buenos Aires fielen mir sofort die Cartoneros (der Ausdruck stammt vom Wort Karton) auf. Mit dreirädrigen Karren ziehen sie durch die Strassen der Grossstadt und suchen im Müll nach verwertbaren Gegenständen. Man sagt, dass man anhand der Anzahl Cartoneros sehr gut abschätzen kann, wie es der Wirtschaft von Argentinien gerade geht.
Die Cartoneros verkaufen die eingesammelten Güter an die Sammelstellen für Wertstoffe und erzielen so ein sehr bescheidenes Einkommen.

Im Jahr 2003 gründete der argentinische Schriftsteller Washington Cucorto gemeinsam mit Javier Barilaro (bildender Künstler)  die Verlagskooperative Eloisa Cartonera.
Das besondere an diesem Verlag ist der soziale und ökologische Hintergrund (wie bei buchplanet.ch!). Die Kooperative kauft den Cartoneros den Karton um ein Vielfaches des Marktpreises ab. In der Werkstatt von Eloisa Cartonera wird der Karton von Mitarbeitern zurecht geschnitten und bunt bemalt, er wird als Einband für das Buch verwendet. Die Bücher werden teils gedruckt, teils kopiert.
Die Mitarbeiter bei Eloisa Cartonera sind ehemalige Cartoneros, Arbeitslose, Ehrenamtliche oder Künstler, die das Projekt unterstützen.

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2010 (Argentinien war Gastland), fand ein Fussball-Freundschaftsspiel zwischen der argentinischen Autorennationalmannschaft und der deutschen Autorennationalmannschaft statt. Zu diesem Zweck veröffentliche Eloisa Cartonera ein zweisprachiges Buch mit dem Titel „Resto del Mundo – Rest der Welt“, die Fussball-Kurzgeschichten wurden von den Spielern verfasst.
Der Grossteil der Bücher von Eloisa Cartonera sind aber in spanischer Sprache.

Die Bücher von Eloisa Cartonera sind auch in einigen Buchhandlungen in Buenos Aires erhältlich. Die grösste Auswahl gibt es in der Werkstatt von Eloisa Cartonera.
Die Adresse lautet: Aristóbulo del Valle 666, La Boca, Buenos Aires

Wir dachten, dass wir den Einkauf in der Verlagskooperative mit einem Ausflug zum „Caminito“ (die bekannten farbigen Häuser beim Hafen) verbinden könnten. Im Caminito fühlte ich mich gar nicht wohl, es ist sehr touristisch und die Stimmung dort ist sehr hektisch. Zu Fuss machten wir uns dann auf die Suche nach der Werkstatt.

Die bekannten farbigen Häuser beim Caminito und einige Touristen.

Die bekannten farbigen Häuser beim Caminito und einige Touristen.

„Aristóbulo del Valle“ war leider auf unserer Karte nicht eingezeichnet, nach Gefühl schlenderten wir also einmal los. Das Boca-Viertel hat nicht gerade den besten Ruf. Uns fiel auf, dass es in den Strassen dieses Quartiers viel weniger Autos hatte als in anderen Vierteln. Der Kontrast zwischen dem Caminito und den normalen Boca-Strassen war extrem, so farbig wie im Caminito sind die Häuser sonst nirgends.

 

Normale, nicht touristische, Strasse im Boca-Quartier

Normale, nicht touristische, Strasse im Boca-Quartier

Auf dieser Fotografie erkennt man sehr gut, wie diese Häuser hergestellt wurden. Der Kontrast zwischen den zwei Autos ist auch interessant.

Auf dieser Fotografie erkennt man sehr gut, wie diese Häuser hergestellt wurden. Der Kontrast zwischen den zwei Autos ist auch interessant.

Wir fragten dann eine Arbeitergruppe, die gerade Pause hatte, nach dem Weg. Sie erklärten uns den Weg und warnten uns dies zu Fuss zu machen, wir sollen doch ein Taxi nehmen. Mit viel Gottvertrauen und etwas Naivität setzten wir unseren Weg zu Fuss fort.
Endlich fanden wir die Werkstatt von Eloisa Cartonera. Sie ist etwa 2 Minuten vom Boca-Stadion entfernt.

Das Fussballstadion von La Boca, Spitzname: La Bombonera, die Pralinenschachtel.

Das Fussballstadion von La Boca, Spitzname: La Bombonera, die Pralinenschachtel.

Eine ehemalige Cartonera bediente uns, mit Händen und Füssen konnten wir uns auch ein wenig mit ihr austauschen. Ich kaufte mir einige Bücher, die ich gar nicht verstehe. Ein Kinderbuch, das weiter unten noch genauer vorgestellt wird, ein Gedichtband von Cristian Aliaga (zwei Gedichte davon finden Sie weiter unten) und eine Kurzgeschichte von Alan Pauls. Im Angebot haben sie auch ein Notizbuch, das sogar einen Schutzumschlag hat. Vom Notizbuch kaufte ich für mich ein Exemplar und eines für unsere Freunde von altbooken.

Das Notizbuch wurde in einen wiederverwertete Plastik eingepackt und oben mit einem Karton (Bosch!) verschlossen.

Das Notizbuch wurde in einen wiederverwertete Plastik eingepackt und oben mit einem Karton (Bosch!) verschlossen.

Drei spanische Bücher.

Drei spanische Bücher.

Die Rückseite der Bücher ist nicht bemalt. Dieser Karton wurde für Alfajores benutzt, Alfajores ist eine süsse, argentinische Delikatesse.

Die Rückseite der Bücher ist nicht bemalt. Dieser Karton wurde für Alfajores benutzt, Alfajores ist eine süsse, argentinische Delikatesse.

 

Eloisa Cartonera ist eine Erfolgsgeschichte, die ihre Kreise immer weiter zieht. In anderen Teilen von Südamerika sind ebenfalls Verlagskooperativen entstanden. In einem Artikel der FAZ aus dem Jahr 2010 las ich, dass es nun sogar in China eine Filiale von Eloisa Cartonera gäbe.

Im Internet findet man verschiedene Berichte über Eloisa Cartonera und im youtube findet man auch einige Videos (in spanischer Sprache).

Ich wünsche Eloisa Cartonera weiterhin viel Glück und Erfolg auf ihrem farbigen Weg.

Zur Homepage von Eloisa Cartonera

Zwei Gedichte aus dem Buch „La Suciedad del Color Blanco“ (Die Schmutzigkeit der Farbe Weiss) von Cristian Aliaga, netterweise übersetzt von meiner Mitarbeiterin.

Dónde arranca la mente

Dónde arranca la mente a componer la forma, la que no existe todavía, en su imagen lejana. Dónde existe la marca de fósforo que no sabemos retener, disciplinar, repetir. Otro pensamiento se pierde a velocidad de astros y mi mente vuelve a recrear con leves matices la historia conocida, el tic del autista, la tristeza de una frase estúpida y preconcebida.

Cristian Aliaga

Wo beginnt der Geist

Wo beginnt der Geist um die Form zu bilden, diese die noch nicht existiert, in seinem fernen Bild. Wo existiert die Phosphormarke die wir nicht zurückhalten wissen, nicht disziplinieren können, nicht wiederholen.  Anderer Gedanke geht verloren mit der Geschwindigkeit der Sterne und mein Geist mit leichten Nuancen erstellt wieder die bekannte Geschichte, der Tic der Autist, die Traurigkeit eines vorgefassten dumme Phrase.

Cristian Aliaga

Cómo administrar la pena

Cómo administrar la pena.
Lo que preexiste
a cada amanecer.
El choque con un despertar
A nuestro propio recuerdo.

Cristian Aliaga

Wie verwaltet man die Qual

Wie verwaltet man die Qual
Was bereits vorhanden
vor Jedem Tagesanbruch.
Der Zusammenstoss mit einem Erwachen
mit unserer eigenen Erinnerung.

Cristian Aliaga

Buchcover "La Tortuga Gigante"

Buchcover „La Tortuga Gigante“

LA TORTUGA GIGANTE
(Cuentos de la selva, 1918)

Die Riesenschildkröte
(Dschungel-Geschichten 1918)

En este libro, el genio del escritor Horacio Quiroga supo captar la otra cara de la selva, la que sirve de escenario de grandes y emocionantes aventuras iluminadas por la naturaleza en todo su esplendor. Quiroga escribió estas historias para los lectores jóvenes en un leguaje fresco y lleno de humor. Estos cuentos encantan a los niños, proveen la oportunidad de despertar el gusto por la lectura y estimulan el respeto por la naturaleza.

In diesem Buch das Genie, der Schriftsteller Horacio Quiroga hat  das andere Gesicht des Dschungels erfasst, diese die für grosse  und spannende Abenteuer ist,  beleuchtet von der vollen Natur in seiner ganzen Pracht. Quiroga hat diese Geschichte für Kinder und Jugendliche geschrieben in eine frischen und humorvollen Art. Kinder und Jugendliche sind begeistert, es fördert das Lesevergnügen und den Respekt vor der Natur.

Klicken Sie auf „Weiterlesen“ um diesen Beitrag in spanischer Übersetzung zu lesen

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8. Oktober 2012

Ein spezielles Weihnachtsgeschenk – altbooken

by Sara Grob

Ein verträumtes altbooken

Zu den altbooken, die von Johannes Keel hergestellt werden, haben wir von buchplanet.ch eine besondere Bindung. Etwa einmal pro Woche besucht Johannes Keel buchplanet.ch und durchstöbert unsere Abfalleinbände, die schönsten pickt er sich heraus und gestaltet damit die wunderschönen Notizbücher „altbooken.“

Ein typographisches altbooken

Nicht nur die Buchblöcke und Einbände der altbooken sind recycliert, nein auch die Maschinen, die zur Herstellung verwendet werden, sind recycliert. Die meisten der Werkzeuge und Geräte dienten früher in Buchbindereien, Druckereien und mechanischen Werkstätten. Altbooken hat diese Geräte aus zweiter oder gar dritter Hand erworben.

Die altbooken eignen sich gut als Weihnachtsgeschenke für Buchliebhaber, Kreative, Journalisten oder Leute, die das Besondere mögen. Die Notizbücher sind unter: altbooken.ch bestellbar. Johannes Keel wird auch an verschiedenen Weihnachtsmärkten präsent sein.

Im Rösslitor, der St.Galler Buchhandlung von Orell Füssli, sind die altbooken auch kaufbar. Im Erdgeschoss befindet sich ein recyclierter Aufsteller mit den Notizbüchern. Altbooken findet man auch bei Facebook und zwar unter diesem Link: Link

Der Aufsteller von altbooken im Rösslitor in St.Gallen

Auch grössere altbokken gibt es im Rösslitor

Altbooken so weit das Auge reicht 🙂

Ich wünsche Johannes Keel und seinen altbooken viele begeisterte Käufer und Nutzer und danke ihm für die angenehme Zusammenarbeit!