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Archiv vom ‘buchplanet.ch – Shop’

10. Juli 2017

Gelb statt Gold

by Julia S.

In unseren Bücher-Rubriken gestöbert und voila, auf GELB gestossen (nein leider nicht auf Gold!) Der eine oder andere Schatz wird hier schon drunter sein, je nach Ihrem Interesse. Wenn Sie bei diesen Exemplaren aus unserem Shop www.buchplanet.ch nicht auf Gold und nur auf Gelb stossen, finden Sie vielleicht in unseren anderen vielfältigen Rubriken Ihr Goldnagget.

Erfahren sie mehr über die unterschiedlichen Anbauarten, wie Saatanpflanzungen, Gewürze die steckbrieflich beschrieben sind, Bei- und Heilpflanzen, in übersichtlichen Tabellen die Zuchtziele, Düngung, Fruchtfolge, Ernte und vieles mehr. PRAXIS DES ÖKOLOGISCHEN KRÄUTERANBAUS

Mit lustigen Gedichten, entstanden 1857 und den wiedererkennbaren Bildern des Kinderbuchautors Heinrich Hoffmann von dem auch der Struwwlpeter (1926) stammt. IM HIMMEL UND AUF DER ERDE_1

Aus dem Hoffmann und Campe Verlag von 1951. Der Deutschbaltische Publizist und Autor Ivar Lissner träumt blau, hat Hunger nach Freiheit und erinnert sich an Heho an der Grenze Sibiriens. Den Schneeleoparden, die Waldeinsamkeit und dem Leben, das in dieser harten Gegend, von den Pferden abhängt. TAIGA

 

Mit allerlei komischen Zeilen – wie der Berliner bekannt ist – sorgt diese Reise für ein abwägen, durchdenken, nachgrübeln und lächelndes sinnieren! REISEPLAN FÜR WESTBERLINER

3. Juli 2017

Boomerang-Kid oder Nesthocker

by Julia S.

Marianne Siegenthaler und Jürgen Feigl haben sich an ein amüsantes wie ernstes Thema herangewagt. Sie beschreiben warmherzig aber auch mit klaren Worten, die Spielregeln für das Zusammenleben mit erwachsenen Söhnen und Töchtern im Hause ‚Hotel Mama‘.

Mit Berichten von Eltern und Jugendlichen und ihren Erfahrungen dürften Sie sich in der einen oder anderen Situation wiederfinden. Wenn Sie ebenfalls dort anecken, wird Sie dieser Familienratgeber mit Fragen und Antworten unterstützen können. Es gibt verschiedene Faktoren, warum ältere Kinder noch zu Hause wohnen bleiben. Am häufigsten ist ein Studium, kein Geld, zu teure Wohnungen in den Städten, kleiner Lohn, Eltern haben eine grosse Wohnung oder ein Haus. Kinder müssen nicht vollumfänglich für sich selber sorgen – sprich geniessen ihre Freiheit und haben wenig bis keine Pflichten zu erfüllen. ‚Die Super-Opportunisten‘, ‚Die Boomerang Kids‘ und ‚Die Pragmatiker‘ sind hier zu erforschen. Wie häufig kommt es in Haushalten mit erwachsenen Kindern zu Problemen? Wo liegen die Hauptprobleme beim Zusammenleben? Zwei Generationen mit unterschiedlichen Bedürfnissen! Hier aber eine gute Nachricht: Welches sind die Vorteile im Zusammenleben mit den heranwachsenden Kindern? Dem wird auf den Grund gegangen. Was die reifen Kinder zu Hause hält, die Rolle der Eltern und die Spielregeln für die Finanzen, Versicherungen, den ganzen Haushalt, Legale und illegale Drogen, der allgemeine Umgang untereinander und die Privatsphäre für alle beteiligten. Das Kapitel ‚Tabu Rausschmiss‘ ist immer heikel. Mutter Karin berichtet, dass für sie 24 Jahre Mami sein, genug ist. Da die jüngere Tochter ihre Lehre auch bald beende, wolle sie endlich mehr Freiheiten haben und ein eigenes Zimmer. Ein Gespräch mit den beiden Mädchen Carla 24 und Carina 21 steht wohl an. Das wird schwer werden, weil sie sich Zuhause sehr wohl fühlen und auch Karin sie vermissen wird. Aber Trotzdem, es muss sein.

So kämpfen viele Eltern mit der Loslösung ihrer Nesthocker und nun verwandeln Sie Ihr Zusammenleben mit Ihren Sprösslingen zu einer Win-win-Situation! -> DIE NESTHOCKER

26. Juni 2017

Hü hott, das Abenteuer kann beginnen

by Julia S.

Auf neuen Abenteuern begleiten wir wieder das mutige Pferdchen aus Holz, DAS RÖSSLEIN HÜ. Mit freundlicher Genehmigung der englischen Autorin Ursula Moray Williams (1911-2006), Schöpferin der Rösslein Hü-Gestalt und der Verfasserin des ersten Buches, der Originaltitel ist übrigens Adventures of the Little Wooden Horse und entstand im 1938/39.

Alle Kinder lieben das bemalte Rösslein, das tapfer zahllose Abenteuer besteht, um dem alten Onkel Peter zu helfen. Jetzt hat es von ihm dem Holzschnitzer vierundzwanzig neue Brüderchen bekommen, mit ihnen wagt es erneut lustige und gefährliche Abenteuer. „Die Tage vor der Abreise waren für Onkel Peter sehr traurig, dann küsste er alle und besonders sein kleines Rösslein Hü noch einmal zum Abschied und lies sie (fahren? reiten?) ziehen.“ Als Kind war mir der Umstand, dass das Pferdchen Hü mit unbeweglichen, starren vier Holzbeinen und vier Rädchen dran ausgestattet war und überhaupt irgendwo hinkam (über Kopfsteinpflaster oder hoch in einen Schiffsausguck) nur leicht merkwürdig. Ich mag mich erinnern an eine lebendige Geschichte, die mich fesselte. Heute ein paar Jahrzehnte später ist es absurd wo es überall im Geschehen auftauchte. Ungeachtet dessen bleibt die Erzählung uneingeschränkt beliebt. Die vierundzwanzig Pferdchen wären gerne Zuhause geblieben beim lieben Peter, aber das Rösslein Hü erklärte ihnen, dass diese Reise sein muss, weil viele Kinder auf ein Rösslein zum Spielen warten und Peter das Geld zum Leben braucht. Eine gefährliche Begegnung mit Hund Benno, die Hafenwache überlistet und auf einem Schiff als Matrosen angeheuert fahren die fünfundzwanzig Rösslein übers Meer. Um eine Bahnfahrt zu bezahlen, arbeiten die Pferdchen hart. Sie lernen den Elefanten Jumbo kennen und ein weiteres Pferdchen darf beim Jungen im Zirkus bleiben. Nach und nach wird die hölzerne Schar kleiner. Ein Königspalast mit Prinzessinnen und ein Spielmann kauft weitere sechs Pferdchen. Dann ist da noch die Rückreise für das Rösslein Hü zu seinem Onkel Peter, die ebenfalls mit unfreiwilligen Ereignissen und heiklen Vorkommnissen zu tun hat. Machen Sie sich auf Ihre eigene Erlebnistour in unserm Büchershop www.buchplanet.ch

 

19. Juni 2017

Wohl wissend was Wein will

by Julia S.

Was im Weine liegen soll, können Sie nachblättern in DER WEINARZT, einem Nachdruck der Ausgabe von 1753. Dies kluge Büchlein lehrt uns, vom „Augentrost-Wein“ bis zum „Zahn-Schmerz-Wein“ – über die Heilwirkung des roten Trankes. Die ganze Pracht an Kelterkunst und Kräuterlehre liegt hier in Frakturschrift vor. Etwas entziffern müssen Sie schon, vielleicht sogar darüber nachsinnieren, was ein Wort bedeuten könnte. Zwischen 2017 bis zurück ins 1753 liegen 264 Jahre, da hat sich nicht nur die Schrift, sondern auch die Sprache ein bisschen verändert. Obwohl, der erste Satz der Vorrede in der damaligen Zeit in der Moderne angekommen scheint: „Nachdeme es heutiges Tages zur Mode worden, dass auch kleine Tractötgen und geringe Schrifften mit einer Vorrede pflegen begleitet zu werden;…“ In Cap. I. (Kapitel 1) wird schon mal das Grundmaterial erklärt: „Wie das Gefässe und der Keller beschaffen seyn soll, ingleichem wie mit dem Most und neuen Wein zu verfahren.“ Eine Erläuterung für den, der guten Wein kaufen will. „…der koste denselben, wann der Mittags-Wind wehet, dann zu selbiger Zeit verwandelt sich der Wein gerne, hergegen hüte sich der Käuffer vor dem Mitternächtigen Wind, dann zu solcher Zeit sind alle Weine gerne klar und lauter, solchergestalt kan er leicht betrogen werden,“ der Mittagswind beeinflusst also den besten und beständigsten Wein. In „§ 99. Vor grosse innerliche Hitze“ ist nachzulesen wie diese bekämpft werden kann. „gib einer Ziege oder Geiss“ (wer kennt den Unterschied?) 3 Tage nach einander unter dem Futter Attich zu essen, am dritten und folgenden Tagen nimm davon die Milch, und gib dem Patienten täglich auf eine halbe Maas, oder mehr auf etliche mahl zu trinken;“ Beim Attich bin ich überfragt, aber wer herausgefunden hat, welche Zutat sich dahinter verbirgt und zufällig eine Ziege oder Geiss Zuhause im Garten beherbergt, könnte in Zukunft das Fieber auf ganz natürliche Art senken! Apropos natürlich – habe ich im Netz nachgesehen, was Attich ist: Früher wurde der Zwerg-Holunder als schädliche Körpersäfte abführendes Heilmittel angesehen – aber Vorsicht – heute gilt dieses Gewächs nur noch als Zierpflanze und nicht als Essbar. Doch schwelgen Sie in allerlei Anleitungen: „Chocolate zu machen, so extra delicieus, Degen-und Messer-Klingen wohl zu härten, Elixier Sanitatis…, Lattwerge, damit die Zähne recht sauber gehalten werden, Nasenbluten zu stillen, Opal von raren Farben zu machen, Wassersucht zu vertreiben etc.“ plus in Rezepten, die den Wein gewürzlich verändern, zur Verköstigung dienen, zum Heilen von Wehwehchen und Krankheiten und zu weinspezialisierten Weissheiten leiten.

7. Juni 2017

Endlich frei von…

by Julia S.

In den letzten Jahren, hat sich die Methode des Bestseller Autors Allen Carr (1934-2006) aus England, als eine der zuverlässigsten erwiesen. Erfolgreich haben Menschen weltweit Ihre Sucht mit seinen Selbsthilfebüchern und begleitenden Kursen in den Griff bekommen. Seine grundsätzlichen Anweisungen lauten unter anderen: Befolgen Sie sämtliche Anweisungen! (Im Buch) Handeln Sie nicht vorschnell! Denken Sie positiv! Lesen Sie das Buch zu Ende durch, bevor sie weniger trinken oder damit aufhören! Lesen Sie das Buch in nüchternem Zustand! (Dieser Hinweis trifft auf den Buchtitel ‚Endlich ohne Alkohol!‘ zu) Und die anderen Anweisungen lassen sich auf den Rest seiner Bücher übertragen. Bleiben Sie unvoreingenommen! Der britische Schriftsteller lehrt unverblümt über die Themen ‚Endlich Nichtraucher!‘, ‚Endlich ohne Alkohol‘, ‚Endlich Wunschgewicht‘, ‚Endlich fliegen ohne Angst!‘, Endlich Erfolgreich!‘ und ‚Endlich frei von Sorgen!‘ Zu Beginn der Literatur legt Carr sämtliche Ausreden (die man sich über Jahre wahrscheinlich sorgfältig aus den Fingern gezogen hat, um sein Problem zu verschleiern) offen, so klar und deshalb schon fast amüsant, ertappt vielleicht und gerade deswegen spürt man Sympathie für den Schreiber, weil er den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Somit erreicht Allen, dass der Leser unausweichlich neugierig auf den weiteren Verlauf der Therapie anschlägt, wobei der Autor ausdrücklich immer wieder betont, dass Sie die positive Veränderung für sich selbst wünschen sollten und niemals für irgendjemand anderen. Mit ENDLICH WUNSCHGEWICHT! finden Sie bei uns im www.buchplanet.ch nicht nur das wunderbare Wohlfühlgewicht, auch ENDLICH NICHTRAUCHER / FÜR KINDER UND JUGENDLICHE ist zur Zeit bei uns vertreten.

Allen Carr’s Bücher sind nicht nur den Opfern einer Sucht gewidmet oder eines Umdenkens für ein freudiges Leben, mir war, als ob ich als Angehörige einer Person mit besagten Schwierigkeit ebenfalls sehr viel mehr Verständnis gewonnen habe, beim Schmökern dieser auch amüsanten Lektüre.

22. Mai 2017

Zart ‚be-eult‘ und laut ‚ge-kräht‘ – Intro- und Extro…

by Julia S.

In Susan Cain’s Buch- STILL wird in Kapitel 3, die ‚Überdosis an kreativer Zusammenarbeit – Die Entstehung des neuen Gruppendenkens und die Kraft des Alleinarbeitens‘ beschrieben. Eine hohe Anzahl von Lehrern ist überzeugt vom Gruppenlernen in der Schule, ideal ab der vierten Klasse. Teils in den Eliteschulen tendiert man noch auf das gegenüber Lehren, die Tische der Schüler sind vor dem Lehrer nach vorne gerichtet aneinandergereiht, statt ein paar Pulte zusammengeschoben. Die amerikanischen Schulen bevorzugen das Gruppenlernen, so das Schüler auf die bevorstehenden Führungsrollen in Firmen trainiert werden können. Das neue Gruppendenken an den Schulen ist tendenziell steigend, da gerade junge Lehrer dieses Lehren bevorzugen. Die Schüler sind gefordert kooperativ zu lernen um auch später in der Wirtschaft eigenverantwortlich lernen zu können. Diese These spiegelt die Geschäftswelt wider, die Achtung vor anderen wird von verbalen Fähigkeiten abhängig gemacht, statt von Originalität oder Klugheit. Es ist ein Elitedenken, das nicht auf Leistung beruht. – Endlich mal ein positiver, sozialer Zukunftsausblick! – Heutzutage arbeitet man in den Firmen in Gruppen, deshalb tun es jetzt auch die Kinder in den Schulen.

Aus einer Geschichte die wahrscheinlich von Mark Twain stammt – aus Kapitel 11 ‚Über Schuster und Generäle – Wie man stille Kinder in einer Welt erzieht, die sie nicht hören kann‘ – wird erzählt, dass ein Mann auf der Erde den grössten General sucht. Im Himmel zeigt Petrus auf einen anderen Mann. „Das ist nicht der Grösste General aller Zeiten, dieser Mann war auf der Erde bloss ein Schuster“ protestierte der Mann von der Erde. „Das weiss ich“ sagte Petrus. „Aber wäre er General gewesen, dann wäre er der grösste von allen gewesen.“ Wir alle sollten auf Schuster achtgeben, die vielleicht grosse Generäle gewesen wären. Das heisst, wir sollten unser Augenmerk auf introvertierte Kinder richten, deren Talente allzu oft verkümmern, sei es Zuhause, in der Schule oder auf dem Spielplatz. Im Buch folgt hier eine spannende Geschichte eines Kinderpsychologen, die zum Nachdenken anregt und deutlich Aufschluss gibt, über (fehlerhaft) vorgelebte Eltern-Kind-Beziehung. Interessant, gerade weil man oft selbst nicht darauf kommt, wenn einem dies nicht vor Augen geführt wird. Fehler sind menschlich ja, aber es wäre so wichtig darauf zu achten, für ein intaktes Selbstvertrauen und eine gesunde Psychologie der Heranwachsenden!

Ein Blick in die Geschichte des Kinderpsychologen… Jetzt, wo die Mutter Joyce versteht, dass der Schultag stressig für ihre Tochter Isabel ist, denken sich die beiden gemeinsam Strategien aus, damit die Zweitklässlerin den Tag übersteht. „Vorher wollte ich, dass Isabel dauernd rausgeht und sich mit anderen trifft, und habe ihre schulfreie Zeit mit Aktivitäten vollgepackt“, sagt Joyce. „Deshalb überlegen wir jetzt gemeinsam, wann und wie viele Verabredungen sinnvoll sind.“ Joyce hat nichts mehr dagegen, dass Isabel nach der Schule eine Weile auf ihr Zimmer geht oder einen Geburtstag ein bisschen eher verlässt als andere Kinder. Sie hat begriffen, wenn Isabel ihr Verhalten nicht als Problem ansieht, sollte es auch für sie, Joyce, keinen Grund geben, es so zu sehen. STILL – Jetzt bei uns im www.buchplanet.ch erhältlich!

1. Mai 2017

Farben und Stimme, die das Gemüt erhellen

by Julia S.

La Lupa, die auffällig, bunte Schweizer Sänger- und Künstlerin wuchs im Onsernonetal bei Locarno im Tessin auf und verwandelt heute Zürichs Strassen in ihre tägliche Bühne. Farbenprächtig zieht sie sich an, wie ein Kunstwerk selbst präsentiert sich La Lupa in der Zürcher Innenstadt und erntet stets staunende Blicke für ihre Gewandung. Mal trägt sie einen weiten, pinken Rock mit oranger Bluse, um ihre Schultern sitzt ein blau-orange-gelb bestickter weißer Schal und zur Vollendung eine rosa Rose auf ihrem orangen Filzhut, ihr Gesicht ziert ein strahlendes Lächeln. „Das Streben nach Schönheit ist einer der vielen möglichen Wege, sich der Vollkommenheit zu nähern“, sagt La Lupa. „Hellblau? Hellblau ist schön zum roten Haar“…gelbe Jacke mit den aufgestickten Ranken, neben den blauen Rock aufs Bett gelegt – so macht sie es jeweils beim Zusammenstellen ihrer Garderobe. Silvana Schmid verfasste das Buch über La Lupa geboren als Maryli Marconi, mit Gitty Darugar und ihren brillanten Fotografien. Es erzählt wie die Künstlerin aufgewachsen ist, ihre Familiensaga, „aus Italien kamen über die Felsen die Schmuggler und gelegentlich ein Wolf.“ Grenzen müssen überwunden werden, das hat La Lupa früh gelernt. Sie erzählt vom Klettern und Singen auf dem Kirchturm. „Singen von oben wie eine Amsel…“, „von oben, nahe dem göttlichen Strom, aus dem du schöpfst. Aber von welchem, Sankt Peter, das Großmünster! Reformierte Türme allerdings… was könnte man denn singen von einem reformierten Kirchturm?“ Nicht nur draufgängerisch auch ein echtes, liebevolles Schlitzohr könnte man sagen. Silvana hielt nichts von Folklore, nahm aber die Einladung von der Pariser Fotografin Gitty Darugar an, La Lupa live zu hören in der Casa Rusca in Locarno. Schwärmend erzählt sie, wie sie mit der anfänglichen Skepsis, dann aber mit Begeisterung der gewaltigen Naturstimme gelauscht habe, diese füllte ohne Mikrofon jeden Raum, bis die Seelen schwangen. Ein gewagter, raffiniert aufgebauter zweisprachiger Mix von literarisch-musikalischen Leckerbissen von Montale bis Marcuse, präsentiert mit großer Präzision von einer mitreißenden Stimme, einfühlsam begleitet vom klassischen Gitarristen und Komponisten Walther Giger. Durch mehrere zufällige Treffen, entstand das Projekt; LA LUPA – DIE STIMME DER WÖLFIN (bei uns im www.buchplanet.ch erhältlich).

 

24. April 2017

Wir sind alle gleich

by Julia S.

Ich fand das Buch über „Flawil – Anno dazumal“ mit den Gasthäusern und Wirtschaften von früher. Zuerst über das alte Flawil forschend, blieb mir fast der Kaffeelöffel im Hals stecken, als ich folgendes las. Im 19. Jahrhundert traf es Wirtsleute die nicht ortsansässig waren, also keinen Flawiler Bürgerbrief besaßen besonders hart. Bei jenen die ein kleines Einkommen hatten konnte dieser Umstand ehrverletzende Auswirkungen haben. Der Verzug von Zahlungen, aus welchem Grund auch immer und nach mehrmaliger Aufforderung die Schuld zu begleichen, die aber nicht erbracht werden konnte, erteilte man ihnen ein zweijähriges Wirtshausverbot, sie wurden amtlich als ehrlos betrachtet, sie waren ausgeschlossen von Ausübungen ihrer demokratischen Rechte und die Namen dieser ausgeschätzen oder ehrlosen Schuldner wurden öffentlich bekannt gegeben und in Gaststätten angeschlagen. Manchen drohte sogar die Heimschaffung in ihren Heimatort. Ausländer oder Fremdbürger hatten es offensichtlich seit jeher schwer in der Schweiz Fuß zu fassen. Wie mir scheint, dies heute nicht anders ist. Warum ist das so? (Eine Frage, die ich jedem ans Herz legen möchte.) Man hört von vielen Ländern, dass sie sehr gastfreundlich sind. Gehört etwa die Schweiz nicht dazu? Wie behandeln wir Menschen, die nicht Schweizer sind? Nun gut. Interessanter Weise ist es tatsächlich so, dass alle Menschen dazu neigen, das Unbekannte zuerst einmal abzulehnen. Ich empfehle, wenn Sie nicht geübt sind in Fremdem anzunehmen, gehen Sie auf Reisen, lernen Sie andere Kulturen und Traditionen kennen. Ich glaube so lernen wir zu schätzen, wenn etwas oder jemand anders ist oder handelt wie wir selbst sind oder es tun würden. Gerade im Heute mit unseren politischen Umständen und der vielen Zuwanderer lohnt es sich, darüber nachzudenken und ein bisschen aufgeschlossener zu sein. Oder es lohnt sich zu sein und darüber aufgeschlossener zu denken. Ich kenne die Schweiz als sehr gastfreundlich. Witziger Weise sind ebenso die Länder die als gastfreundlich gelten auch bei Massenzuwanderung auf einmal nicht mehr so tolerant. Apropos tolerant, ich wünsche Ihnen liebe Leser einen fröhlichen Frühling mit dem Wunsch; Seid lieb zueinander! 🙂 Wer kein Ausländer sein möchte, also lieber nicht verreist, vergnüge sich doch mit dem Buch FLAWIL – ANNO DAZUMAL über Wirtshäuser die es mal gab und florierten, die noch stehen oder abgerissen wurden, einem neuen Haus oder sogar einer Strasse weichen mussten. Aufschlussreiche Veränderungen, nicht nur spannend für Flawiler.

 

 

 

10. April 2017

Was für eine Hühnerei

by Julia S.

Im Leben der Autorin Tatjana Adams spielen Tiere eine zentrale Rolle, neben ihrem Beruf als Kinder- und Physiotherapeutin. Sehr interessant, dass Hühner uns Menschen etwas sagen wollen, so ihr Buchtitel VON HÜHNERN UND MENSCHEN. Hören wir also was uns das Huhn sagen will…

Sechs Hühnerautorinnen sind abgebildet, drei davon sind Fortuna, Brunella und Agnetha. Dieses Buch ist wahrlich wunderlich. In ihrem Einführungskapitel ist erwähnt, dass beim Verteilen der Leseprobe, es die ersten Zweifler gab, weil unter den Menschen die Tierkommunikation noch sehr fremd ist. Wenn Tatjana mit den Tieren anderer Menschen spreche – sei es Hund, Katze, Pferd oder was auch immer, ist die Akzeptanz der Menschen deutlich grösser. Die Hühner selbst (wie Tiere generell) sind problemlos in der Lage, ununterbrochen auf dem Weg der Telepathie zu kommunizieren und sind darin wahre Meister. Aus dem Hasenerlebnis heraus, das Adams sehr erschütternd empfand und zwei weitere Tode ihrer Hühner, die sie aber zu neuen Erkenntnissen führten für das Verständnis über Leben und Tod, entstand ihr Buch, wofür hauptsächlich ihr Huhn Brunella verantwortlich war – sagen wir mal, den meisten Inhalt beigesteuert hat.
 Fortuna
meint über ‚Pech‘: Pech ist nämlich nicht gleich wie Schicksal, das darf man nicht verwechseln. Über Angst; Angst ist irreal, und doch hat sie uns voll im Griff. Wir Tiere leiden sehr unter ihr. Sie treibt uns an, Dinge zu tun, die wir eigentlich nicht wollen und die unnötig sind. Sie kostet sehr viel Energie und hat nichts Produktives. Es ist schwer sie zu beherrschen. Klug finde ich. Brunella sagt über ‚Anders sein‘: Anders sein ist eine Kunst, ich übe sie täglich aus. Es fällt nicht immer leicht, andere legen einem Steine in den Weg. Aber ich bin trotzdem gerne anders. Und über ‚Stinkig‘: Manchmal bin ich stinkig. Wenn ich nicht früh genug rauskomme zum Beispiel. Ich habe meine Zeit nicht zum Vertrödeln. Wenn das Tageslicht da ist, möchte ich mit meinem Tun beginnen. Ich mag es nicht zu warten. Ich habe immer viel vor….(denken Sie dasselbe wie ich?). Fortuna über ‚Gelassenheit‘: Gelassenheit ist eine Kunst, die uns Hühnern leider oft abgeht. Sobald ein Mensch oder ein Fuchs in die Nähe kommt, ist es vorbei mit der Gelassenheit. Agnetha ergänzt über ‚Frieden‘: Ich möchte euch ermutigen, den inneren Frieden wieder mehr in den Vordergrund zu rücken. Und euch dabei nicht von so vielen Dingen ablenken zu lassen. Und über ‚Lebenskunst‘: Das Leben ist wie ein Gemälde. Wir können es selbst gestalten und vor allem selbst die Farben aussuchen. Es ist schon vorgegeben, was für eine Art Bild es wird, aber wie wir es im Endeffekt umsetzten und ausführen, liegt an uns.

Am Anfang las ich noch sehr skeptisch, vertiefte mich jedoch schnell in die spannenden Hühnereien. Ein Huhn äh Buch der Sonderklasse, einzigartig neues Terrain wahrscheinlich für die meisten Leser. Zu Ostern auch passend, mögen Sie sich vertiefen bei uns im www.buchplanet.ch über Hühner, Ostern oder ähnliches. 🙂

27. März 2017

Wahrheit oder Mythos

by Julia S.

Gehen Sie mit Michael Imhof auf Spurensuche nach einer legendären Frau. In seinem Buch DIE PÄPSTIN JOHANNA finden Sie die Antwort auf die Frage, Wahrheit oder Mythos?

Im ausgehenden 14. Jahrhundert wurde Johanna als Päpstin mit Namen Johannes der VII. benannt. Wie selbstverständlich wurde sie z. B. in der Schedelschen Weltchronik von 1493 aufgeführt und abgebildet. So fügte sowohl 1277 der Dominikaner Martin von Troppau die Päpstin in seiner Chronik der Päpste und Kaiser ein als auch der päpstliche Bibliothekar Bartolomeo Platina (†1481), um zwei prominente Autoren zu nennen. Wie der Blick auf die Papstabfolge zeigt, fällt es schwer, einen weiteren Papst und insbesondere eine Päpstin historisch in die Papstliste hinzuzufügen. Wie erklärt sich aber, dass über Jahrhunderte hinweg eine Päpstin (aus dem wahrscheinlich 9. Jahrhundert) als Realität angenommen wurde? Als Beleg für die Existenz einer Päpstin wird häufig die angebliche „Männlichkeitsprüfung“ des neu gewählten Papstes angeführt. Diese phantasievolle Spekulation entstand aufgrund der für Außenstehende unverständlichen Zeremonie bei der Papst-Einführung. Das gemeine Volk und selbst einige Kleriker vermuteten, der Papst würde ohne Unterwäsche unter dem Ornat auf einen Toilettenstuhl gesetzt, durch dessen Loch in der Sitzfläche ein Prüfer das Geschlecht feststellte. Diese Maßnahme sei nach dem Skandal um die Päpstin Johanna eingeführt worden. Demnach habe das römische Volk erneut seit dem ausgehenden 13. Jahrhundert das Sitzen des neugewählten Papstes auf spätantiken Sesseln mit runden Öffnungen in der Sitzplatte als Männlichkeitskontrolle interpretiert.

Noch heute scheiden sich die Geister an der Frage, ob Johanna wirklich existiert hat. Ich tendiere mal, dass die weibliche Welt sich an dieser Hoffnung erfreut, dass die Dame den hohen, kirchlichen Stuhl besetzt hatte. Die Zuversicht, dass in naher Zukunft auch ein weibliches Geschlecht auf dem Thron der Kirche Platz nehmen darf besteht fort. Denn warum sollte die Frau, nicht ebenso gut in der Nachfolge Christi sein wie es bis heute das männliche Geschlecht tut. Der aktuelle Papst Franziskus scheint mir ein starker Hoffnungsträger zu sein für das friedliche Zusammenleben aller Menschen. Sein persönlicher Charakter – wenn er nicht zu sehr verpflichtet wäre den päpstlichen Richtlinien zu folgen – folgt vorbildlich und treu Jesus‘ Nächstenliebe, Gebote und dessen Nachfolge. Hut ab, für soviel Mut in unserer vermeintlich ‚Modernen‘ Zeit.