Skriptorium

O beatissme lector… / *O glücklichster Leser… Dass es früher im Mittelalter aufwendiger war ein Buch herzustellen erklärt sich von selbst. Aber was war denn so üblich in dieser Zeit? Schauen wir mal auf den „SKRIPTORIUM„-Seiten nach, aus dem Belser Verlag (Buch in unserem Shop www.buchplanet.ch erhältlich).

Das Vervielfältigen von Büchern hat bis zum 12. Jahrhundert zum grössten Teil in Klöstern stattgefunden. Deshalb gehörte zur Anlage eines gut ausgestatteten Klosters ein Skriptorium, eine Schreibstube. In den Skriptorien waren keineswegs nur Männer beschäftigt, auch Frauen waren als Schreiberinnen und Malerinnen an der Buchherstellung beteiligt. Gisela, eine Schwester Karls des Grossen leitete im 8. Jahrhundert in Chelles eine Schreibwerkstatt und verewigte sich auf einem Titelbild. Ein Höchstmass an Disziplin, Konzentration und viel Übung brachte das Lernen im Unterricht der Schreibschulen mit sich – denn der Schreiberberuf war damals äußerst beliebt. Die künftigen Schreiber sollten nämlich gut lesbare und schöne Schriften beherrschen. Ein Mönch allerdings aus dem 8. Jahrhundert schildert diese Arbeit mit: *“…O wie schwer ist das Schreiben: es trübt die Augen, quetscht die Nieren und bringt zugleich allen Gliedern Qual. Drei Finger schreiben, der ganze Körper leidet…“. (Ich hab erbarmen mit diesem Schreiber, heute setze ich mich gemütlich hin, nehme einen bequem rollbaren Kugelschreiber und entspanne mich mit meinen Ideen um sie zu Papier zu bringen.) Mit der Entwicklung des gehefteten und in Holzdeckel gebundenen Buches (Kodex), das die bis dahin dominierende Buchrolle verdrängte, löste Pergament im 4. Jahrhundert n. Chr. den spröden Papyrus für Bücher endgültig als Beschreibstoff ab. Erst im Verlauf des 13. Jahrhunderts setzte sich Papier durch, das als ursprünglich chinesische Erfindung durch Vermittlung der Araber über Spanien in das Abendland gelangte. Im „Skriptorium“ werden einzelne Schritte erklärt, wie die Materialien, wie Farbe, Schreibunterlagen etc. aufwendig hergestellt und verwendet wurden. Wenn Sie mehr spannendes zu Büchern und Herstellung oder über antike Zeiten erkunden wollen, finden Sie vielleicht etwas unter unseren Links. Viel Vergnügen. 🙂

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