Insel – Grimm

Grimms Märchen in ursprünglicher Gestalt – von Jacob Grimm aufgezeichnete Märchen (aus Insel-Bücherei Nr. 837, 1963, GRIMMS MÄRCHEN_1)

Ein kurioses Märchen aufgezeichnet von Jacob Grimm. DIE WASSERNIX. Ein Bruder und eine Schwester fielen ins Wasser und wurden von einer Nixe gefangen. Die legte ihnen nun schweren Dienst auf und hiess das Schwesterchen Wasser in ein holes Fass schütten und den Knaben einen Baum mit einer stumpfen Axt hauen. Darüber wurden die Kinder endlich ungeduldig und entflohen. Die Nix setzte ihnen nach. Als sie die Kinder erblickten, so warf das Mädchen eine Bürste hinter sich, das gab einen grossen Bürstenberg, über den die Nixe mit vieler Müh zu klettern hatte; aber endlich kam sie doch darüber. Da warf der Knabe einen Kamm hinter sich, das gab einen Kammberg zwischen ihnen und der Verfolgerin. Allein zuletzt stieg sie doch darüber und wollte die Kinder greifen, als das Mädchen einen Spiegel hinter sich warf; das gab einen Glasberg, der war ganz glatt, dass sie nicht konnte darüber klettern. Die Nixe musste in ihr Wasser gehen, und die Kinder kamen wieder nach Hause.

Der erste Band der Sammlung erschien im Dezember 1812. Ihm folgte 1815 ein zweiter, und schon am 14. Oktober 1815 konnte Wilhelm Grimm an seinen Bruder Jacob schreiben: ‚Die Märchen haben uns bei aller Welt bekannt gemacht.‘ Die zahllosen Ausgaben der Grimmschen Märchen – schon zu Lebzeiten der Brüder waren es sieben grosse und zehn kleine – und die vielen Übersetzungen in fremde Sprachen bezeugen, dass die ‚Kinder- und Hausmärchen‘ ein wahres Volksbuch geworden sind. Sie stellen zudem einen nicht mehr wegzudenkenden Kulturbesitz dar. Die Grimmschen Märchen werden heute als etwas Selbstverständliches hingenommen. Über Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Sammlung weiss in der Regel nur noch der Fachwissenschaftler Auskunft zu geben. Mehr zu diesen Fachkenntnissen finden Sie im ‚Insel-Bücherei Nr. 837‘ und mehr Geschichten in unserer buchplanet.ch – Rubrik; Märchen, Sagen & Mythologie.

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