Spruch der Woche – Gedanken von Goethe

Das ist eben die Eigenschaft der Aufmerksamkeit, dass sie im Augenblick das Nichts zu allem macht. 

Ich gehe auf Besuch, sitze meinem Gastgeber gegenüber, da klingelt das Telefon. Zehn Minuten später höre ich gelangweilt dem halben Gespräch vom Anruf zu und denke eifersüchtig; der am anderen Ende, ist meiner Person gegenüber näher und direkter im Gespräch als ich. Was kann ich tun um meinen Anspruch für die Gegenwart bei dem Besuchten geltend zu machen? Ich frage mich ob es am fehlenden Anstand liegt, dass ich ignoriert werde, ob das Telefonat überaus wichtig ist, um gerade jetzt geführt zu werden, oder ob es gänzlich nicht auffällt, dass es an der fehlenden Aufmerksamkeit für mich liegt. Was hilft da? Sich räuspern, aufhören freundlich zu lächeln, nicht mehr zustimmend zu nicken? Eigentlich müsste man aufstehen und gehen, mit den Worten: „Ich rufe dich an, so finde ich wohl eher deine Aufmerksamkeit“! Das überlegt man sich dreimal, wenn man weit gefahren ist. Ich weiss, dass man heutzutage oft überbeschäftigt tut äh ist aber, wenn man sich auf die wichtigen Dinge besinnt, wie Freundschaft und was diese Pflege beinhaltet, erkennt man, glaube ich schon – sofern man es einmal gelernt hat – dass der persönliche Bezug zu den Mitmenschen und damit die Aufmerksamkeit für den anderen, das Erstrebenswerteste ist.

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