Die Toccata des Herrn Fluss

Der Roman Die Offenbarung von Robert Schneider entführt das Publikum in die Welt der Musik.

An Weihnachten 1992 trägt sich in der Wenzelskirche in Naumburg etwas Merkwürdiges zu. Der Organist Jakob Kemper zeigt seinem Klavierschüler Leo (der zugleich auch sein um 35 Jahre jüngerer Halbbruder ist) gerade die historische Orgel aus dem 18. Jahrhundert, als die Beiden im Orgelgehäuse eine uralte Mappe entdecken. Die Mappe enthält eine Partitur, die handschriftliche Partitur eines bisher noch unbekannten Oratoriums von Johann Sebastian Bach! Ein sensationeller Fund! Der psychisch ohnehin etwas labile Jakob dreht vor lauter Begeisterung beinahe durch. Und gerade jetzt kommen einige der renommiertesten Bach-Forscher der Welt nach Naumburg, um die Restaurierung der oben erwähnten Orgel zu überwachen. Soll Jakob, der Amateur-Musiker und gelernte Bürstenbinder, diesen hochnäsigen Herren Professoren von seinem Fund erzählen? Oder vielleicht besser doch nicht? Am Ende würde dann einer der studierten Herren die Lorbeeren für sich in Anspruch nehmen. Ausserdem stimmt mit dieser Musik etwas nicht, an Bachs Spätwerk ist irgendetwas faul, sogar oberfaul. Jedes Mal, wenn Jakob die Noten studiert, geschieht etwas mit ihm.

Eines steht jedenfalls fest: An jenem bewussten Heiligabend waren die Gebrüder Kemper nicht allein auf der Orgelempore von St. Wenzel. Da war noch jemand – oder etwas…

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