Guten Appetit, Genosse!

Die Hauptperson in Guten Morgen, Genosse Elefant von Christopher Wilson ist ein sehr ungewöhnlicher Junge.

Juri Romanowitsch Zipit, zwölf Jahre alt, lebt im Zoo von Moskau. Aber nicht in einem Gehege, sondern in einer Personalwohnung, sein Vater ist nämlich Tierarzt. Eines Abends geschieht das, was jeder Mensch in der Sowjetunion fürchtet: Die Geheimpolizei klopft an die Tür und will Juris Vater mitnehmen. Aber keine Sorge, er wird nicht verhaftet, sondern soll bloss einen Patienten untersuchen, eine hochgestellte Persönlichkeit, die kein Vertrauen zu Menschen-Ärzten hat und daher Tier-Ärzte bevorzugt. Juri darf seinen Vater als Assistent begleiten. Der offensichtlich schwer kranke Mann, zu dem die Beiden geführt werden, findet solches Gefallen an Juri, dass er ihn kurzerhand (und ohne zu fragen) da behält, und zwar als Vorkoster. Es dauert eine Weile, bis Juri kapiert, dass dieses körperliche Wrack tatsächlich er ist, der Mann aus Stahl, der Wodsch, Genosse Stalin persönlich. Von nun an lebt Juri im Zentrum der Macht, in unmittelbarer Nähe des Diktators.

Juri hat zwei besondere Eigenschaften: Einerseits hat er etwas an sich, das wildfremde Leute dazu veranlasst, ihm ihre persönlichsten Geheimnisse anzuvertrauen. Andererseits gilt er allgemein als harmlos-gutmütiger Trottel. Dieses Image kann in einer solchen Umgebung sehr nützlich sein.

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