Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so!

Soldaten wohnen auf den Kanonen„, „Denn wovon lebt der Mensch„, „Und ein Schiff mit acht Segeln„, „Und der Haifisch, der hat Zähne„, „In einer Zeit, die nun vergangen ist„, „Anstatt, dass„, „Der Mensch lebt durch den Kopf„, „Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm„, „Das ist die sexuelle Hörigkeit„… Die Dreigroschenoper ist berühmt, nicht zuletzt auch dank der Musik von Kurt Weill. Im Dreigroschenroman hat Bertolt Brecht sein bekanntestes Bühnenwerk belletristisch verarbeitet.

Jonathan Jeremiah Peachum ist Geschäftsmann in Sachen Elend. Er beschäftigt eine ganze Schar von Bettlern, die, in seiner Firma ausgebildet und ausgerüstet, auf den Strassen Londons ihren Beruf ausüben. Peachums Tochter Polly hat sich unlängst mit einem gewissen Herrn Macheath eingelassen. Herr Macheath ist ebenfalls Geschäftsmann, genauer gesagt Inhaber einer Kette von Billigläden – zu deutsch: Er ist genau so ein Gauner wie in der Bühnenfassung, nur arbeitet er streng legal, wenigstens im Vordergrund. Ja, Peachum und Macheath sind zwei hochanständige, ehrbare Kaufleute, so hochanständig und ehrbar, dass es kaum auszuhalten ist… Wer dabei auf der Strecke bleibt, sind die kleinen Leute.

Wie man sieht, hat Brecht seine drei Groschen (die übrigens ursprünglich auf einer englischen Opern-Parodie aus dem 18. Jahrhundert basieren) nicht nur in Romanform wiederholt, sondern auch ausgebaut.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.