Die Briefe der Maria Stuart

Im Prozess gegen die schottische Königin Maria Stuart spielten Briefe eine wichtige Rolle; Briefe, die Mary, Queen of Scots in einer Geheimschrift verfasst hatte. Die Entschlüsselung dieser Dokumente besiegelte Marias Schicksal – ein Beispiel für die Bedeutung der Kryptografie.

Seit es Geheimnisse gibt, versuchen die Menschen, sie zu bewahren. In Branchen, in denen Geheimhaltung lebenswichtig sein kann (wie in der Politik oder im Militär) war und ist man besonders kreativ. Am Einfachsten ist es natürlich, eine geheime Nachricht so zu verbergen, dass man sie nicht gleich sieht (zum Beispiel mit der berühmten unsichtbaren Tinte); die eigentliche Kryptografie besteht jedoch darin, den Text so zu verändern, dass der Gegner ihn gegebenenfalls zwar lesen, aber nicht verstehen kann. Dabei gibt es zwei Methoden: die Transposition (Umstellung der Buchstaben, Anagramm) und die Substitution (Ersetzung der Buchstaben durch andere). Aber genauso alt wie die Kunst des Chiffrierens ist auch die Kunst des Dechiffrierens, also des Code-Knackens. Schon die alten Griechen und Römer wandten kryptografische Mittel an, Julius Cäsar war ein regelrechter Spezialist. Während des Zweiten Weltkriegs wurde insbesondere die Chiffrier-Maschine Enigma legendär, bzw. deren Entschlüsselung. Bei dem Mann, der massgeblich zu diesem Erfolg beigetragen hatte, Alan Turing, bedankte man sich, indem man ihn zu einer Hormontherapie verdonnerte, die zwar nichts an Turings Homosexualität änderte, ihn aber schliesslich in den Suizid trieb.

Auch Jean-François Champollion ging nach Codeknacker-Methoden vor, als er die Hieroglyphen auf dem Stein von Rosette entzifferte. In Geheime Botschaften von Simon Singh kann man sich umfassend über die hohe Kunst der Kryptografie informieren.

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