Ich weiss von nichts!

Ein wahres Panoptikum des skurrilen Verbrechens ist Frank-Rainer Schurichs Mein Name ist Hase. Justizirrtümer, merkwürdige Urteile, zweifelhafte Gutachten und andere „Höhepunkte“ der Kriminalgeschichte. Auch besonders spektakuläre Prozesse wie der Fall Dreyfus oder der Fall Lindbergh kommen zur Sprache.

Gottesurteile, also die Überzeugung, dass Unschuldige durch Gottes Beistand gefährliche Proben bestehen würden, waren früher weit verbreitet. Geblieben sind davon Redensarten wie Darauf kannst du Gift nehmen oder Dafür lege ich meine Hand ins Feuer. Im Mittelalter wurden auch Tiere hingerichtet, zum Beispiel 1386 in Frankreich ein Schwein, weil es ein Kind gebissen hatte. In den 1920er Jahren machte man allen Ernstes Versuche mit parapsychologischer Verbrechensbekämpfung (Hellseherei usw.). Ein Deutscher namens Franz Mueller beging 1864 in England einen Mord und floh anschliessend nach Amerika. Die Leute von Scotland Yard nahmen jedoch ein schnelleres Schiff und waren zuerst am Ziel; Mueller, völlig ahnungslos, wurde bei seiner Ankunft in New York mit grossem Bahnhof empfangen und sogleich festgenommen. In Finnland wurde einmal eine gewisse Frau Kilpinen wegen Mordes an ihrer Mutter verurteilt, obwohl man keine Leiche fand und die Angeklagte die Tat vehement bestritt. Nach 18 Jahren Zuchthaus wurde sie schliesslich entlassen – und begegnete doch tatsächlich auf der Strasse ihrer angeblich ermordeten Mutter. Frau Kilpinen stürzte sich wutentbrannt auf die Alte und erwürgte sie. Anschliessend wurde sie (trotz Leiche und Geständnis) nur wegen Leichenschändung verurteilt, denn juristisch gesehen war die Mutter ja bereits tot gewesen…

Bemerkenswert ist auch die Geschichte von Claude-François Mallet, einem General Napoleons, der, wegen Rebellion zum Tod verurteilt, sein eigenes Erschiessungskommando selber befehligte.

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