Weiss und Schwarz

Das erste „wahre Märchen“ meiner nächsten 500 Blogs:

Es war einmal ein Franzose, der am 7. September 1726 in Dreux zur Welt kommt. Er stammt aus einer Musikerfamilie und soll diese Tradition fortsetzen. Und tatsächlich erweist sich der Franzose als musikalisch sehr begabt; mit zwölf Jahre komponiert er bereits Motetten für Gottesdienste am Hof von Versailles. Ungefähr zur gleichen Zeit erlernt der Junge auch die hohe Kunst des Schachspiels, angeblich vom blossen Zusehen. Als junger Erwachsener schlägt er sich zuerst eine Weile als Musiker durch, doch dann führt ihn seine andere grosse Leidenschaft in die Kaffeehäuser von Paris, wo damals ausgiebig Schach gespielt wird. Das Café de la Régence in der Nähe des Palais Royal zum Beispiel ist ein beliebter Treffpunkt, nicht nur für Schachspieler, sondern auch für Philosophen und Künstler aller Art. Unser Franzose erregt Aufsehen durch sein Können am schwarz-weissen Brett. Schliesslich macht er sein Hobby sogar zum Beruf, er wird einer der ersten Profis der Schachgeschichte. Die Leute zahlen Eintritt, um das Genie spielen zu sehen! Auch in London und Berlin macht der Musiker aus Dreux Furore und wird zur internationalen Berühmtheit; Simultan- und Blindpartien kennt man bereits, aber er spielt simultan und blind gleichzeitig! 1749 veröffentlicht er sein Buch L’Analyze des Echecs, ein grosser Erfolg. Doch im Leben des Franzosen kommt auch die Musik nicht zu kurz. 1755 komponiert er beispielsweise ein Te Deum anlässlich der Geburt des Comte de Provence, des späteren Königs Louis XVIII, ferner gehen mindestens zwölf Opern auf sein Konto. Der Schachspieler und Musiker, während der Revolution nach England emigriert, stirbt am 31. August 1795 in London.

Dieser Franzose, der sein Leben sowohl den weissen und schwarzen Figuren des Schachspiels als auch den weissen und schwarzen Tasten des Klaviers gewidmet hat, hiess François-André Danican Philidor. Jetzt bei buchplanet.ch: Philidor – Eine einzigartige Verbindung von Schach und Musik von Susanna Poldauf.

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