Der Spiesser

Ein Bünzli, wie er im Buche steht, ist die Hauptperson im Roman Topper von James Thorne Smith (1893-1934).

Cosmo Topper ist leitender Angestellter bei einer Bank und bewohnt zusammen mit seiner Frau ein ruhiges, anständiges Häuschen in einem ruhigen, anständigen Viertel einer ruhigen, anständigen Stadt. Während Mrs. Topper ihre Hypochondrie pflegt, bewegt sich der Herr Gemahl jeden Tag mit der Präzision einer Schweizer Uhr zu seinem Schreibtisch-Platz in der Bank, um nach Feierabend ebenso präzise nach Hause zurückzukehren. Immer ordentlich, immer korrekt. Doch eines Tages gerät die Routine aus den Fugen: Mr. Topper kauft sich heimlich einen Gebrauchtwagen. Nichts besonderes? In diesem Fall schon! Topper kommt dadurch nämlich in Kontakt mit George und Marion Kerby, den früheren Besitzern des Autos. Auch nichts besonderes? In diesem Fall schon! Die Kerbys, ein lebenslustiges und temperamentvolles junges Ehepaar, sind nämlich – tot. Jawohl, tot wie Türnägel, alle beide, bei einem Unfall mit dem besagten Automobil ums Leben gekommen. Dieses unwesentliche Detail scheint Marion und George jedoch nicht weiter zu stören. Sie wollen Spass haben und sich amüsieren. Da sind sie bei ihrem neuen Freund ja wohl an der komplett falschen Adresse, sollte man meinen; Topper versteht vom Vergnügen à la Kerby etwa gleich viel wie ein Neandertaler vom Internet. Aber was nicht ist, kann ja noch werden…

Der gute Topper erlebt sein blaues Wunder, bzw. gleich mehrere blaue, rote und gelbe Wunder! Doch insgeheim hat er eigentlich gar nichts dagegen, dass die beiden Geister sein langweiliges Spiessbürger-Dasein etwas aufmischen. Und Marion flirtet sogar mit ihm!

One Reply to “Der Spiesser”

  1. Lieber Herr Weber
    Schöööön, dass Sie wieder schreiben 🙂
    Und wunderbar die zum Buchliebhaber gebundene Blogauswahl, die ich geschenkt bekam.
    Ich lese vor dem Einschlafen gerne ein wenig und da waren Ihre Blogs eine wunderbare Lektüre: anregend und zum weiter Denken, neugierig machend, aber nie so, dass frau nicht doch einschlafen konnte.
    Seien Sie ganz herzlich gegrüsst und ich freue mich auf Ihre weiteren Blogs
    Ihre Birgit Altorfer

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