Wär hät’s ärfundä?

Was haben die Konserve, der Scheibenwischer, die Trillerpfeife, der Reissverschluss und die Magenspiegelung gemeinsam? Wir empfinden sie heute als selbstverständlich – und fragen uns kaum je, wie sie eigentlich entstanden sind. Dies kann man in 365 Erfinder von Hans-Martin Bürki-Spycher nachlesen.

Napoleon suchte nach einer Methode, für seine Armee Nahrungsmittel haltbar zu machen. François Nicolas Appert erfand deshalb nach vielen Experimenten 1804 die Konserve. Mary Anderson erhielt 1902 das Patent auf ein handbetriebenes Gerät, mit dem man während der Fahrt die Windschutzscheibe von Regen und Schnee säubern konnte. Das Ganze war ursprünglich für Strassenbahnen gedacht, erwies sich im Folgenden jedoch auch für Automobile als praktisch. Im lauten Londoner Strassenverkehr mussten sich die Polizisten irgendwie bemerkbar machen; Joseph Hudson gewann 1883 den Ideenwettbewerb mit einem Hohlraum, in dem eine erbsengrosse Kugel lag. Whitcomb Judson entwickelte 1893 den ersten Vorläufer des Reissverschlusses – schlicht und einfach, weil es ihn anödete, jeden Tag seine Stiefel zuzuschnüren. Der deutsche Arzt Adolf Kussmaul (der hiess wirklich so!) engagierte 1868 einen Schwertschlucker, der sich vor Kussmauls Kollegen zu Demonstrationszwecken anstatt eines Schwertes ein Metallrohr in den Rachen steckte. Mittels Lampen und Spiegeln konnte der Arzt so einen Blick in den Magen des Schwertschluckers werfen.

Auch heute selbstverständlich scheinende Dinge mussten erst einmal erfunden werden!

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