Du bist verrückt, mein Kind

In Dunkel war’s, der Mond schien helle hat Horst Kunze witzige Verse, Gassenhauer und Sprachspielereien zusammengetragen.

Wissen Sie, was ein Leberreim ist? Das ist ein Vierzeiler, dessen Anfang immer etwas mit der Leber zu tun hat, zum Beispiel so:

Die Leber ist vom Hecht
und nicht von einem Spechte,
rechts liegt der linke Daumen,
dagegen links der rechte.

Dann gibt es die sogenannten Klapphorn-Verse, die ebenfalls immer einem bestimmten Schema folgen:

Zwei Ritter ritten durch das Korn;
Der Eine zog seine Mähre von vorn,
der Andere schob dahinter –
es ging halt nicht geschwinder.

Der Schüttelreim ist natürlich auch vertreten, etwa durch das (sehr wahrscheinlich) kürzeste Exemplar überhaupt:

Du bist
Buddhist.

Zu den im Buch aufgeführten Schlagern und Gassenhauern gehören Siehste wohl, da kimmt er und Im Grunewald ist Holzauktion. Der Mops, der in die Küche und daselbst ums Leben kam, fehlt ebenso wenig wie der Eskimo und die Eskimaid mit ihrer tragischen Liebesgeschichte. Ergänzt wird die Sammlung durch fantasievoll abgeänderte Sprichwörter (Morgenstunde hat Blei im Arsch), versteckte Imperative (Geheimpolizist – Geh heim, Polizist), nicht ganz ernst gemeinte Aphorismen (Eine Goethefigur aus Schokolade ist noch lange keine geistige Nahrung!) und andere ulkige Sprüche („Zeit ist Geld“ sagte der Kellner und addierte das Datum mit dazu.). Die folgenden Verse fassen den Inhalt dieses Buches in vier Zeilen sehr prägnant zusammen:

Stumpfsinn, Stumpfsinn, du mein Vergnügen,
Stumpfsinn, Stumpfsinn, du meine Lust!
Gäb’s keinen Stumpfsinn, gäb’s kein Vergnügen,
Gäb’s keinen Stumpfsinn, gäb’s keine Lust.

Manches stammt von Dichtern, das Meiste hingegen aus dem berühmten Volksmund.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.