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Reim dich durch die Ostschweiz

von Julia S.

In Paul F. Portmanns Buchsammlung von Schweizerdeutschen Sprichwörtern kommt zutage, was früher und heute noch gelebt wird. Die Menschen beschäftigt seit jeher das Leben, die Liebe, Fragen zu Gott und dem Tod. Von Geiz, Dummheit, Laster und Mängel wird ebenfalls gern erzählt.

Was en Avikat tuet, das schämt si der Tüfel nu z dänke. Was der Advokat tut, das schämt sich der Teufel nur zu denken. Äh ja, das hat sich wohl nicht geändert. Bitter Trank verzieht eim s Muul, doch macht er gsund! / Bitter Chrut hät cheini süesse Wurzeln. Bitterer Trank verzieht einem den Mund, doch er macht gesund. Bitteres Kraut hat keine süssen Wurzeln. Altbekannt; Sie erinnern sich, als Sie jung waren, wie grässlich die Medizin schmeckte. Wer hürnet ine Trichter, isch no lang kei Dichter. Wer in den Trichter spricht, ist noch lange kein Dichter. Mänge cha ke Floig lyde und hed de Chopf voll Mugge. Mancher mag nicht eine Fliege, hat aber den Kopf voller Mücken. Es gibt zu jedem Spruch bestimmt mehrfache Bedeutungen, lassen Sie sich inspirieren und raten und diskutieren Sie drauf los. Gott lood sinke, aber nid vertrinke. Gott lässt sinken, aber dich nicht ertrinken. Na hoffentlich… mir steht das Wasser bis zum Hals. Gott hilft de Arme, di Ryche hälffid si sälber. Er hilft den Armen, die Reichen helfen sich selber. Gott und gnueg sind binenand. Gott und genug sind beieinander. Also eigentlich würde es vollkommen reichen, nur Gott zu haben. Vorbei ‘nur’ nicht klein zu deuten ist. Denn was haben wir gelernt – wenn auch am Rande – Gott ist unendlich gross?! Der lieb Gott cha d Sach im Iszapfe erhalte. Der liebe Gott kann die Sache im Eiszapfen erhalten. Das ist ja eine grosse Hoffnung, also wenn der Wunsch nicht gleich in Erfüllung geht… ist es vielleicht nur auf Eis gelegt? Da bin ich doch gleich zuversichtlicher! Wer nüd hed, hed Rueh, aber sunst nüd derzue. Wer nichts hat, hat Ruhe, aber sonst nichts dazu. Wir haben gerade gelernt – wir brauchen gar nicht mehr zu besitzen. Wo nüt isch, isch gly teilt. Wo nichts ist, ist’s schnell geteilt. Vielleicht ratsam für Paare. Vor Wöhli chotzet niemer. Bei höchstem Wohlbefinden kotzt niemand. Ähm… Wer zvil will, däm wird zletst zwenig. Wer zuviel will, dem bleibt am Schluss wenig. Aber uns bleibt viel, ich hoffe Sie bleiben uns erhalten und schauen sich das Buch «Di letschti Chue tuets Törli zue»: SCHWEIZERDEUTSCHE SPRICHWÖRTER mal aus der Nähe an. Viel Vergnügen mit mehr Zungenbrecher aus unserem www.buchplanet.ch.

 

 

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