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Meine Tante wohnt im Russischen Reich…

von Gabriel Weber

Erinnern Sie sich noch an Fantomas, den französischen Groschenroman-Verbrecherkönig aus der Belle Époque (Blog vom 27. September 2016)? Für Interessierte hat buchplanet.ch jetzt einen Sammelband mit vier Romanen (den Nummern 29 bis 32 der Serie) von Marcel Allain und Pierre Souvestre im Angebot – allerdings wohlgemerkt im Original, in der Sprache Molières!

In La cravate de chanvre (wörtlich Die Hanfkrawatte, also der Galgen) treibt Fantomas sein Unwesen in Russland. Gleich zu Beginn ermordet er Boris Pokroff, den Chef der kaiserlichen Geheimpolizei, und kremiert ihn in seinem eigenen Ofen. Dann nimmt er, ein Meister der Verkleidung, Pokroffs Platz ein. Doch wo Fantomas ist, da sind seine beiden ewigen Widersacher nicht weit: Kommissar Juve von der französischen Kriminalpolizei und der Journalist Jérôme Fandor von der Zeitung La Capitale sind ihrer Nemesis auf den Fersen. Und sogar Seine Majestät Zar Nikolaus II. höchstpersönlich tritt auf! Aber natürlich kommt es so, wie es kommen muss – am Ende steht der gute Juve in St. Petersburg am Bahnhof und sieht zähneknirschend dem Zug nach, mit dem Fantomas verduftet. In La Fin de Fantomas folgt schliesslich das ganz grosse Finale: Als der Luxusdampfer Gigantic mit einem Eisberg zusammenstösst und sinkt (kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor, geschätztes Publikum? Das Buch erschien erstmals 1913!) gehen Fantomas und Juve gemeinsam zugrunde. Im letzten Moment teilt der Oberschurke dem Polizisten noch im Vertrauen mit, er sei – nein, nicht sein Vater! Aber sein Zwillingsbruder… Dann versinken die Beiden im Ozean.

Doch keine Sorge, die Todesfälle von Juve und Fantomas sind ebenso vorübergehend wie jener von Sherlock Holmes.

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