Die Frau im Schatten

Ein neues „wahres Märchen“:

Es war einmal eine Frau namens Josefine. Sie wird am 29. August 1894 im bayrischen Ebersberg geboren und tritt als junge Frau in den Orden der Lehrschwestern vom Heiligen Kreuz ein. Josefine ist noch nicht 24 Jahre alt, als sie nach München geschickt wird, um dem dortigen Nuntius den Haushalt zu führen. So begegnet sie zum ersten Mal jenem langen, hageren Priester mit der eindrucksvollen Nase, dem sie 40 Jahre lang nicht mehr von der Seite weichen wird. Ihr Dienstherr wird Nuntius in Berlin – Josefine geht mit. Er wird als Kurienkardinal nach Rom berufen – Josefine geht mit. Als der Papst im Sterben liegt, ist Josefine diejenige, die den entscheidenden Telefonanruf entgegen nimmt. Der 2. März 1939 ist einer der Höhepunkte in Josefines Leben: Nach nur gerade zwei Tagen Konklave tritt ihr Chef für sein erstes Urbi et Orbi auf den Balkon des Petersdoms. Fortan führt Josefine den Haushalt des Papstes – des politisch wohl umstrittensten Papstes des 20. Jahrhunderts. Obwohl die bayrische Ordensschwester sich nie in den Vordergrund drängt, wird sie doch eine Persönlichkeit des öffentlichen Interesses; immerhin kennt sie das Kirchenoberhaupt, das sich meistens aristokratisch-unnahbar gibt (und übrigens, abgesehen von den jährlichen Reisen in die Sommerfrische nach Castel Gandolfo, den Vatikan nur sehr selten verlässt) aus nächster Nähe. Schon bald kursieren viele Anekdoten, zum Beispiel die, dass Josefine eines Tages mitten in eine Privataudienz hereingeplatzt sei, um dem Heiligen Vater mitzuteilen, das Essen werde kalt. Nach dem Tod des Papstes am 9. Oktober 1958 zieht sie in das Päpstliche Nordamerikanische Priesterkolleg in Rom. Josefine stirbt am 10. November 1983 – sie hat nicht nur „ihren“ Papst überlebt (um 25 Jahre!) sondern auch drei seiner Nachfolger.

Ihr Ordensname war Pascalina und als Schwester Pascalina Lehnert, langjährige Haushälterin und Vertraute von Papst Pius XII., ist sie in die Geschichte des Vatikans eingegangen. Jetzt bei buchplanet.ch: Gottes mächtige Dienerin von Martha Schad.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.