Woane gaasch?

Der Film Quo vadis? von 1951 ist ein Klassiker. Für Peter Ustinov in der Rolle des Kaisers Nero bedeutete er den internationalen Durchbruch als Schauspieler. Aber wer kennt heute schon noch die literarische Vorlage, den Roman Quo vadis? von Henryk Sienkiewicz? Der Autor erhielt 1905 immerhin den Nobelpreis für Literatur!

Der junge römische Offizier Marcus Vinicius kehrt gerade von einem Feldzug zurück. In Rom herrscht Kaiser Nero (der „Rotbart“) mit einer kuriosen Mischung aus brutaler Grausamkeit und schöngeistigem Möchtegern-Künstlertum. Doch das interessiert Vinicius momentan überhaupt nicht, er hat ganz andere Sorgen; er ist nämlich verliebt, verliebt in die fremde Königstochter Lygia, die er stürmisch umwirbt. Lygia ist Christin und und durch sie lernt Vinicius diesen neuen Glauben aus dem Nahen Osten kennen. Zunächst kann er nicht viel damit anfangen, aber er ist beeindruckt von diesen zuversichtlichen Menschen, die in ihrem Vertrauen auf Christus nicht einmal Neros Tyrannei fürchten. Gerade jetzt erwartet die Christengemeinde von Rom die Ankunft eines Mannes, der Jesus persönlich gekannt hat: Petrus. Von ihm erfährt Vinicius Näheres über das Christentum. Schliesslich kommt es zur Katastrophe: Rom steht in Flammen! Nero ist beglückt, hat er doch jetzt endlich eine Inspiration, um den Untergang Trojas zu besingen – im 46. Kapitel erlebt man die berühmt gewordene Szene, wie der Imperator angesichts der brennenden Stadt Harfe spielt. Das Volk will jedoch einen Schuldigen sehen, so schiebt Nero die Schuld am Brand den Christen in die Schuhe. Damit beginnt das grosse Schlachten bzw. das grosse Festmahl für die Löwen. Auch Vinicius‘ Onkel Petronius, der bisher als einziger mit Nero und dessen Launen umzugehen wusste, ist nicht mehr zu retten. Bevor er umgebracht wird, wählt er, ein Mann von Geist und Geschmack, einen stilvollen Freitod.

Bei seiner Flucht aus Rom begegnet Petrus Jesus und stellt ihm die berühmte Frage: „Quo vadis, Domine? Wohin gehst du, Herr?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.