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Archiv vom August, 2018

30. August 2018

Die sieben Hügel

Wie ich schon mehrmals erwähnt habe (zum Beispiel im Blog vom 23. Juni 2016), liebe ich die lateinische Sprache sehr (trotz sechs Jahren Unterricht). Personen, bei denen das bisher leider noch nicht der Fall ist, empfehle ich Harry Mounts Buch Latin Lover.

Keine Sorge, in diesem Buch stehen nicht nur endlose Konjugationen (amo, amas, amat – ich liebe, du liebst, er liebt…) und Deklinationen (dominus, domini, domino – der Herr, des Herrn, dem Herrn…) drin. Man lernt ausserdem auch viele kleine Hilfestellungen kennen, die wir zahllosen früheren Generationen von Lateinlernenden zu verdanken haben, zum Beispiel für das Wort tandem (endlich): Endlich haben wir ein solches Fahrrad! Ausserdem wird das Publikum auf Schönheiten und Kuriositäten aufmerksam gemacht, etwa die Deklination von hic, haec, hoc (ein regelrechtes Gedicht) oder jene von ille, illa, illud (der reinste Zungenbrecher). Noch etwas, das selbstverständlich nicht fehlen darf und das jede/r Lateinschüler/in nur allzu gut kennt: Die rhetorischen Stilfiguren (Asyndeton, Ellipse, Metonymie, Oxymoron etc.). Der Autor nennt viele Gründe, warum Latein als Sprache keineswegs tot, sondern im Gegenteil sehr lebendig ist – und warum es sich immer noch einer gewissen Beliebtheit erfreut (zum Beispiel wegen seiner nobel-gebildeten Aura, siehe Harry Potter). Wieso ist es für uns heute eigentlich so schwer vorstellbar, dass Menschen jemals wirklich Lateinisch miteinander geredet haben sollen? Bei Chinesisch scheint uns das irgendwie viel plausibler… Mounts Ansicht nach liegt das daran, dass kein heutiger Mensch (und auch kein Grossvater oder Urgossvater eines heutigen Menschen) je Latein-Muttersprachler reden gehört hat, noch je hören wird. Wir kennen eben nur die gedrechselten literarischen Texte, die Umgangssprache hingegen kaum. Harry Mount hält ein Plädoyer dafür, dass man auch heutzutage noch Latein lernen soll. Und er erklärt auch, warum.

Um auf den Titel dieses Blogs zurückzukommen: Können Sie eigentlich die berühmten sieben Hügel Roms aufzählen? Na? (Kapitol, Palatin, Aventin, Esquilinus, Quirinalis, ViminalisCaelius)

28. August 2018

Woane gaasch?

Der Film Quo vadis? von 1951 ist ein Klassiker. Für Peter Ustinov in der Rolle des Kaisers Nero bedeutete er den internationalen Durchbruch als Schauspieler. Aber wer kennt heute schon noch die literarische Vorlage, den Roman Quo vadis? von Henryk Sienkiewicz? Der Autor erhielt 1905 immerhin den Nobelpreis für Literatur!

Der junge römische Offizier Marcus Vinicius kehrt gerade von einem Feldzug zurück. In Rom herrscht Kaiser Nero (der „Rotbart“) mit einer kuriosen Mischung aus brutaler Grausamkeit und schöngeistigem Möchtegern-Künstlertum. Doch das interessiert Vinicius momentan überhaupt nicht, er hat ganz andere Sorgen; er ist nämlich verliebt, verliebt in die fremde Königstochter Lygia, die er stürmisch umwirbt. Lygia ist Christin und und durch sie lernt Vinicius diesen neuen Glauben aus dem Nahen Osten kennen. Zunächst kann er nicht viel damit anfangen, aber er ist beeindruckt von diesen zuversichtlichen Menschen, die in ihrem Vertrauen auf Christus nicht einmal Neros Tyrannei fürchten. Gerade jetzt erwartet die Christengemeinde von Rom die Ankunft eines Mannes, der Jesus persönlich gekannt hat: Petrus. Von ihm erfährt Vinicius Näheres über das Christentum. Schliesslich kommt es zur Katastrophe: Rom steht in Flammen! Nero ist beglückt, hat er doch jetzt endlich eine Inspiration, um den Untergang Trojas zu besingen – im 46. Kapitel erlebt man die berühmt gewordene Szene, wie der Imperator angesichts der brennenden Stadt Harfe spielt. Das Volk will jedoch einen Schuldigen sehen, so schiebt Nero die Schuld am Brand den Christen in die Schuhe. Damit beginnt das grosse Schlachten bzw. das grosse Festmahl für die Löwen. Auch Vinicius‘ Onkel Petronius, der bisher als einziger mit Nero und dessen Launen umzugehen wusste, ist nicht mehr zu retten. Bevor er umgebracht wird, wählt er, ein Mann von Geist und Geschmack, einen stilvollen Freitod.

Bei seiner Flucht aus Rom begegnet Petrus Jesus und stellt ihm die berühmte Frage: „Quo vadis, Domine? Wohin gehst du, Herr?“

23. August 2018

Er reagierte sauer, Madame verschwand im Tower!

Eines der prägnantesten Wahrzeichen Londons ist die mittelalterliche Festung an der Themse, die allgemein als „The Tower of London“ bekannt ist.

Der Tower war vieles in seiner fast tausendjährigen Geschichte – Befestigungsanlage, Residenz, Arsenal, Museum – doch berühmt wurde er in erster Linie als Gefängnis. Minister und Generäle, Grafen und Herzöge, ja sogar Könige wie Richard II und Henry VI haben in diesen Mauern gebrummt. Zu den Leuten, die hier nicht nur eingesperrt, sondern auch je einen Kopf kürzer gemacht wurden, gehören Anne Boleyn und Catherine Howard (siehe Titel dieses Blogs und Blog vom 21. Juli 2015), Jane Grey sowie Thomas More (siehe Blog vom 9. Mai 2017). Prinzessin Elizabeth (später Königin Elizabeth I) hingegen verliess den Tower intakt. In manchen Fällen gingen Menschen eines Tages in den Tower hinein und wurden nie wieder gesehen, weder lebendig noch tot. Das bekannteste Beispiel sind König Edward V und Richard, Duke of York, die „Prinzen im Tower“ (siehe Blog vom 2. Mai 2017). Das letzte Mal geköpft wurde im Tower übrigens 1747; Der letzte Gefangene (wenn auch nur für vier Tage) war 1941 Rudolf Hess.

Zu erwähnen sind im Zusammenhang mit dem Tower natürlich auch die Raben und die britischen Kronjuwelen. Buchplanet.ch hat eine ausführliche Broschüre Der Tower von London im Angebot.

21. August 2018

Von Priestern und Prälaten

Der Annuario Pontificio 1977, das Jahrbuch der römisch-katholischen Kirche für das Jahr 1977, ist historisch sehr interessant.

An erster Stelle steht natürlich Seine Heiligkeit Papst Paul VI., geborener Giovanni Battista Montini, ehemals Erzbischof von Mailand, inzwischen im 14. Jahr seines Pontifikates. Dann sind die Kardinäle aufgelistet, wobei im Rückblick besonders zwei Namen auffallen: Ihre Eminenzen Albino Luciani, Patriarch von Venedig (später Papst Johannes Paul I.) und Karol Wojtyla, Erzbischof von Krakau (später Papst Johannes Paul II.). Joseph Ratzinger (später Papst Benedikt XVI.) war damals als schlichter Monsignore Mitglied der Internationalen Theologischen Kommission, Jorge Bergoglio (jetzt Papst Franziskus) ist hingegen noch nirgends zu finden. Ferner sind sämtliche Bistümer der ganzen Welt mitsamt ihren Bischöfen aufgelistet. Hätten Sie beispielsweise gewusst, dass der Bischof von Lahore (Pakistan) damals Armando Trindade hiess? Oder dass der Erzbischof von Brisbane (Australien), Francis Roberts Rush, am 11. September Geburtstag hatte? Oder dass Seine Eminenz Manuel Gonçalves Cerejeira, emeritierter Patriarch von Lissabon, 88 Jahre zählte, schon seit 47 Jahren Kardinal war und bei nicht weniger als drei Papstwahlen mitgestimmt hatte (1939, 1958 und 1963)? Sehen Sie, ich auch nicht!

Auf Seite 487 ist auch der damalige Bischof von St. Gallen verzeichnet. Otmar Mäder, geweiht am 2. Mai 1976. Kommandant der Schweizergarde, erwähnt auf Seite 1093, war Oberst Franz Pfyffer von Altishofen.

16. August 2018

Euer Land trägt Edelstein

Kürzlich hatte ich das Vergnügen, Stuttgart zu besuchen. Es ist ganz einfach. Man steigt in Zürich HB in den Zug und in Stuttgart Hbf wieder aus. Man beachte übriges die unterschiedlichen Abkürzungen von „Hauptbahnhof“.

Die Hauptstadt des deutschen Bundeslandes Baden-Württemberg liegt am Neckar, in einem Talkessel. Die Autostadt (Mercedes und Porsche) und Theater-Metropole war lange als nicht sonderlich attraktive Stadt, als reiner Industriestandort verschrien. Dies liegt vermutlich daran, dass ein grosser Teil der Stadt nach dem Krieg in Schutt und Asche lag und und dann viele funktionale, wenig ästhetische Neubauten errichtet wurden. Hier einige Tipps für Stuttgart-Reisende: Die neue Stadtbibliothek (mit Dachterrasse). Das Buchhaus Wittwer (prominenteste Lage, direkt am Schlossplatz). Der Hoppenlau-Friedhof (richtig romantisch – mitten zwischen modernen Gebäuden ein kleiner Park mit uralten, verwitterten Grabsteinen, darunter dem von Wilhelm Hauff, vergleiche Blog vom 15. April 2014). Das Schiller-Denkmal (das älteste seiner Art in ganz Deutschland). Das Denkmal für König Wilhelm II. von Württemberg (ein Fussgänger im Gehrock mit zwei Hunden – seltene Darstellung eines Monarchen). Auch die Umgebung kann sich sehen lassen: Ludwigsburg (das schwäbische Versailles). Marbach (Geburtsort Schillers und Standort des Literatur-Archivs). Tübingen (bezaubernde Universitätsstadt, in der, dies nur ganz nebenbei bemerkt, meine Mutter aufgewachsen ist). Schönbuch (Waldgebiet). Lichtenstein ohne ie (pseudo-mittelalterliche Burg). Übrigens muss natürlich auch die schmackhafte schwäbische Küche erwähnt werden, insbesondere Maultaschen (so eine Art überdimensionierte Ravioli in klarer Brühe) und Käs-Spätzle.

Bei buchplanet.ch haben wir zum Beispiel Das Stuttgarter Hutzelmännlein von Eduard Mörike (der Dichter ruht auf dem Pragfriedhof), das Stuttgarter Biblische Nachschlagewerk und Andreas Streichers Schillers Flucht.

14. August 2018

Kleine graue Zellen

Mein Lieblingsdetektiv Hercule Poirot (ordnungsliebender Belgier mit makellosem Schnurrbart und gesundem Selbstbewusstsein, erdacht von Dame Agatha Christie) ist zurück! Sophie Hannah hat ihn in ihrem Kriminalroman Die Monogramm-Morde wiederaufleben lassen.

Hercule Poirot sitzt eines Abends gemütlich in einem Café und macht dort die Bekanntschaft einer verängstigten Dame namens Jennie. Jennie ist felsenfest davon überzeugt, dass sie erstens demnächst ermordet werden wird und dass es ihr zweitens ganz recht geschieht. Begreiflicherweise wundert Poirot sich ein wenig. Umso alarmierter ist er, als sein Freund, der Polizist Edward Catchpool, ihm von dem geheimnisvollen Dreifachmord im Hotel Bloxham erzählt. Zwei Frauen und ein Mann starben dort beinahe gleichzeitig an Gift, wurden geradezu hingerichtet – und im Mund jeder Leiche befand sich ein goldener Manschettenknopf mit dem eingravierten Monogramm PIJ. Hercule bringt seine berühmten kleinen grauen Zellen in Schwung und seinen „Watson“ Catchpool durch seine pedantische Genauigkeit beinahe zur Verzweiflung. Bald stellt sich heraus, dass zwischen den drei Mordopfern durchaus eine Verbindung besteht. Sie stammten nämlich alle aus dem gleichen Dorf und haben sich offenbar gut gekannt. Ausserdem ist Poirot felsenfest davon überzeugt, dass sein Jennie-Erlebnis irgendwie mit diesem Fall zusammenhängt. Wird sie vielleicht schon bald das vierte Opfer des geheimnisvollen Giftmörders? Eigentlich wäre es ja nur allzu logisch, wenn eine gerade Anzahl Manschettenknöpfe im Verkehr wäre…

Eine der zentralen Fragen im Fall Bloxham: Warum haben die drei zukünftigen Mordopfer (immerhin Engländer!) im Hotel Five o‘ clock Tea aufs Zimmer bestellt – zu einem Zeitpunkt, als eigentlich ein Dinner fällig gewesen wäre? Das ist doch höchst seltsam!

13. August 2018

Haben Farben Macht?

Farben erzeugen Stimmungen, erwecken Sympathien, manipulieren Eindrücke und beeinflussen Entscheidungen. Das Buch von Harald Braem DIE MACHT DER FARBEN soll den Umgang mit Farben schärfen und bewusster machen. Wenn Sie Farbpsychologie ablehnen, können Sie sich dieser doch nicht entziehen. Und im Kaleidoskop der Farben, erfahren Sie, ob man Farben schmecken kann und ob es möglich ist, das Blinde Farben erfühlen können.

Was wir auch tun, die geheime Macht der Farben ist ständig um uns, wenn wir Einkaufen uns für ein Kleid entscheiden, ein Auto kaufen, zur schnellen Orientierung im Strassenverkehr, in der Werbung und gerade dann, wenn wir am wenigsten darauf bedacht sind.  Natürlich spielt das subjektive Empfinden eine wichtige Rolle. Ebenso der persönliche Geschmack, der Reiz und die Ablehnung und bewusstes Abgrenzen davon, individuelle Note und Mode. Aber wenn wir meinen, das wäre schon alles, verwechseln wir Ursache und Wirkung. Nach allem was man darüber weiss, ist Rot tatsächlich die älteste Farbe der Menschheit. «Rot wie Blut» bezeichnet der Volksmund. Und Goethe lässt Mephisto den Dr. Faust mit Blut unterschreiben: «Blut ist ein ganz besonderer Saft…» Wir wissen das, Wir sind zivilisiert, wir können kein Blut sehen, die einen fallen schon fast in Ohnmacht, wenn sie beim Blutabnehmen einen Tropfen davon sehen. Das macht die «Kulturschranke». Blut vergiesst man nicht.  Rot steht für die Erfahrungen mit den Urerlebnissen Blut, Feuer und Liebe. Orange ist eine aufregende lebensfrohe Farbe, in der etwas aufreizend Neues entstehen könnte. Sie wirkt mitteilsam und berstend voll Aktivität. Wer sie vertragen kann, findet in Orange einen Charakter, der offen und großzügig, intim, direkt, vereinnahmend und überschwänglich ist. Deshalb steht Orange im verstärkten Masse für Kommunikation, Wärme und herzliche Sinnlichkeit. Schon seit dem frühen Altertum taucht Silber stets als Schwester des Goldes auf und wird mit ihm in einem Atemzug genannt. Was Silber mit Gold verbindet, ist seine Tendenz zu glänzen, also aufmerksamkeitsstark hervorzutreten. Doch ist Silber nicht wie Gold so deutlich auf übergreifende Wärme, Herzlichkeit und den Wunsch zu gefallen ausgerichtet Silber ist wesentlich kühler, introvertierter und rationaler.

Ich habe selbst miterlebt, dass Lieblingsfarben sich im Laufe des Lebens ändern können, als Mädchen war vieles Rosa, auch weil man Geschenke in dieser Farbe erhalten hat, obwohl offensichtlich war, dass ich kein Junge bin. Über die Zeit waren es Grün- und Brauntöne – der klassische Herbsttyp. Lange Jahre hielten sich konstant Rot, Gelb, Orange und Grün. Vor einigen Monaten befiel mich wieder das Rosa – das ich sehr geheimnisvoll empfand. Nun flippe ich wieder gewohnt mit Orange aus, mutig und aufregend!

Von welchen Farben werden Sie gerade befallen?

9. August 2018

Scheiden tut weh

Der Titel dieses Romans von Hera Lind ist sozusagen Programm: Das Superweib.

Franziska sitzt mit zwei kleinen Kindern brav zuhause, während der Herr Gemahl, Regisseur von Beruf, in der Karibik weilt und Fernsehserien dreht. So kann das doch nicht weitergehen! Deshalb reicht Franziska kurzerhand die Scheidung ein und setzt sich hin, um für ihren Anwalt die Geschichte ihrer missglückten Ehe aufzuschreiben. Mehr oder weniger durch Zufall gerät das Manuskript in die Hände eines Verlages – und wird, zum Roman mit dem Titel „Ehelos glücklich“ umgearbeitet, ein riesiger Erfolg! Allerdings benutzt die Verfasserin nicht ihren eigentlichen Namen Franziska Herr (ja, Herr wie Dame), sondern das Pseudonym Franka Zis. Mit dem Rechtsanwalt Dr. Enno Winkel (welch passender Name für einen Advokaten, haha!) tritt natürlich auch prompt ein interessanter neuer Mann in das Leben der frischgebackenen Bestseller-Autorin. Hach, so ein netter, gutmütiger, attraktiver, tüchtiger, wohlhabender Mann! Ein Muttersöhnchen zwar, aber mit einer Mutter gesegnet, neben der jedes Bilderbuch-Grosi vor Neid erblassen würde! Ferner gibt es da auch noch den Lektor von Franziskas Verlag, der auch gar nicht übel ist – also der Lektor, nicht der Verlag… Doch dann steht ganz plötzlich ihr zukünftiger Ex-Mann Wilhelm Grosskötter (wie kann man nur so heissen!) vor der Tür. Er hat ein neues Projekt für seine Regie-Tätigkeit. Und zwar will er einen Roman verfilmen, diesen erfolgreichen neuen Roman von Franka Zis, „Ehelos glücklich“. Das Drehbuch für den Film will Wilhelm mit der Autorin zusammen schreiben. Wer das ist, weiss er (noch) nicht.

Auch wenn die Geschichte hin und wieder bedenklich in Groschenroman-Nähe absackt (besonders, was Franziskas komplizierte Beziehungen zum männlichen Geschlecht und dessen diversen Vertretern betrifft), so ist der Roman doch sehr unterhaltsam. Die Erzählerin hat nämlich einen ausgesprochen schrägen Humor, garniert mit einer gehörigen Portion Selbstironie. Und die beiden Knirpse Franz (4 Jahre) und Willi (2 Jahre) sind einfach unschlagbar!

8. August 2018

Warum Ihr Kind Entspannung braucht

Immer mehr Kinder leiden unter Anspannung und Stress. Sie sind nervös und haben oft Probleme in der Schule. Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit, mit den täglichen Anforderungen besser klar zu kommen. Der Trick bei diesen Übungen sind so unauffällig, dass kein anderer etwas davon mitbekommt.

Viele Kinder und Jugendliche sind häufig unkonzentriert, lustlos oder erschöpft. Ein hohes «Lebenstempo», Reizüberflutung, unsichere Familienbindungen, hoher Fernseh-/Videokonsum, Computerspiele, schulischer Leistungsdruck, Zeitmangel der Eltern – das sind nur einige Stichworte, die deutlich machen, welchen nervlichen Belastungen Kinder und Jugendliche heute ausgesetzt sind. Um die Verbindung zwischen der Psyche und dem Körper besser zu verstehen, ist eine Betrachtung unseres Nervensystems sinnvoll. Der Autor Dr. Dietmar Ohm, diplomierter Psychologe aus Lübeck, erklärt den Eltern mit seiner praktischen Anleitung wie sie die Tiefmuskelentspannung mit Ihrem Kind üben können. Lernen Sie das lokalisieren von positivem und negativem Stress (Eustress und Distress). Wie lange hält die Stressphase an und wo ist Stress normal. Das Zusammenspiel von inneren und äusseren Einflüssen bei Stress wird erklärt und mit kurzen Fallbeispielen ergänzt. ‘Ist Hyperaktivität immer eine Entwicklungsstörung?’ dürfte für viele Familien eine spannende Überschrift sein. Und für manche Eltern wird dieser Satz eine Erleichterung darstellen: ‘Aggressives Verhalten ist grundsätzlich zur Lebensbewältigung notwendig.’ Wenn Sie das von Ihrem Kind kennen, das bei Wut die Türen zuwirft, mit wörtlichen Sticheleien nicht geizt, sie anschreit, zynische Bemerkungen macht oder offen in der Gegend herumboxt. In diesem Buch bei uns im buchplanet.ch finden sie auch für sich selbst die viel beliebte Anwendung der Tiefmuskelentspannung der PROGRESSIVE RELAXATION FÜR KIDS.

Ich finde es unglaublich wichtig, auf sein Kind einzugehen, seine Einzigartigkeiten zu erkennen und zu fördern. Darauf zu achten, ob es sich in seinem Leben angenommen und wohl fühlt. Die Kindheit ist der Ursprung eines jeden Menschen, wie er später fühlt, denkt und handelt.

7. August 2018

Der 2. Juni 1743

Wieder ein „wahres Märchen“:

Es war einmal ein Mann namens Giuseppe. Geboren wird er am 2. Juni 1743 in Palermo, doch über seine frühen Jahre weiss man nur wenig. 1768, soviel steht fest, taucht Giuseppe in Rom auf. Am 20. April dieses Jahres heiratet er dort Lorenza Feliciani. Das Ehepaar reist quer durch Europa; er betätigt sich als Betrüger und Fälscher, sie knüpft Beziehungen zu einflussreichen Leuten. Während eines Aufenthaltes in London 1776/1777 kommt es zur Zäsur: Fortan ist Giuseppe ein Graf, der mit alchemistischen Experimenten und spiritistischen Séancen, als Wunderheiler und Wahrsager Aufsehen erregt. Er wird Freimaurer und gründet bald seine eigene Loge, die geradezu sektenähnliche Züge annimmt. Seitdem die Religion von der Aufklärung „entthront“ wurde, besteht in Europa nämlich eine grosse Nachfrage nach Esoterik, Okkultismus usw. Von den Einen abgöttisch verehrt, von den Anderen abgrundtief gehasst, so zieht Giuseppe mit seiner Frau durch die Lande (1787/1788 halten sie sich übrigens in der Schweiz auf) und feilt dabei immer weiter an der Kunstfigur, die er kreiert hat. Einen besonders publikumswirksamen Auftritt hat er vor Gericht während der Halsbandaffäre (siehe Blog vom 18. Juni 2018). Am 27. Dezember 1789 wird Giuseppe in Rom verhaftet. Nicht wegen seiner Betrügereien, sondern als Ketzer und Revolutionär verurteilt ihn die Inquisition zum Tode. Von Papst Pius VI. zu lebenslanger Haft begnadigt, verbringt der Sizilianer seine letzen Jahre im Gefängnis. Giuseppe stirbt am 26. August 1795 an einem Schlaganfall – doch sein Mythos lebt weiter.

Giuseppe Balsamo hiess er ursprünglich, doch einst kannte ihn ganz Europa als den Grafen Cagliostro. Thomas Freller untersucht in Cagliostro. Die dunkle Seite der Aufklärung die vielen Mythen, die es über diesen Mann gibt. Im deutschen Spielfilm Münchhausen (1943) tritt Cagliostro auf, dargestellt von Ferdinand Marian (vergleiche Blog vom 18. August 2016). Baron Münchhausen, dargestellt von Hans Albers, sagt über ihn: „Was sollten die Dummen ohne ihn anfangen? Er pumpt ihnen seine Fantasie, allerdings gegen Wucherzinsen.