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Marlenes Suppe

von Gabriel Weber

À propos Essen (Blog vom 17. Juli 2018): Interessant ist auch die Frage, was berühmte Leute vor ihrem Ableben gespeist haben.

Es gibt Leute, die ganz genau wissen, welche Mahlzeit ihre letzte sein wird. Marie Antoinette nimmt vor ihrer Enthauptung nur ein Mignonette-Brötchen und ein Tasse Schokolade zu sich. Aus Hühnchen mit Pommes Frites und Erbsen besteht die Henkersmahlzeit von Bruno Richard Hauptmann, ehe der angebliche Mörder des Lindbergh-Babys den Gang zum Elektrischen Stuhl antritt. Heinrich von Kleist isst eine heisse Bouillon, bevor er sich das Leben nimmt. Maria Stuart lässt sich Haferbrot und Wein servieren. Die berühmteste Henkersmahlzeit überhaupt besteht ebenfalls aus Brot und Wein: jene von Jesus. In anderen Fällen ist es eher Zufall. Am Abend vor der Katastrophe, die für ihn tödlich enden wird, geniesst John Jacob Astor auf der Titanic ein Menü mit sage und schreibe elf Gängen. Franklin D. Roosevelt verzehrt einige Löffel Haferschleim. Ein amerikanisches Frühstück ist das letzte, was John F. Kennedy konsumiert. Menelik II., Kaiser von Äthiopien, isst (kein Witz!) einige Seiten aus dem Alten Testament, bevor er dahinscheidet. Marlene Dietrich lässt sich noch einmal ihr Leibgericht zubereiten: Hühnersuppe.

Richard Fasten (welch passender Name!) hat in Das letzte Gericht diese Fakten zusammengetragen, inklusive Rezepte.

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