Keine grosse Freiheit

In Die kleine Freiheit betrachtet Erich Kästner mit Kurzgeschichten, Liedern und Glossen die ersten Jahre der Bundesrepublik Deutschland.

Die grosse Freiheit ist es nicht geworden. / Es hat beim besten Willen nicht gereicht. So kommentiert Kästner ohne Illusionen den Neuanfang nach dem Krieg. Den Schulkindern gibt er einige gute Ratschläge mit: Haltet das Katheder weder für einen Thron noch für eine Kanzel! Lacht die Dummen nicht aus! Misstraut gelegentlich euren Schulbüchern! Auch das Goethe-Jahr 1949 wird eingehend betrachtet, besonders die zahlreichen Publikationen dazu: „Goethe und die Bekämpfung der Kleidermotten“, „Goethe als Christ“, „Goethe als Atheist“, „Goethe als Junggeselle“, „Goethe und die doppelte Buchführung“ und so weiter und so fort. „Wir haben ziemlich jeden Schwur / geschworen und gehalten. / Das liegt nun mal in unsrer Natur / und wir sind noch ganz die alten. / Wir kommen, sehen und siegen / in ziemlich allen Kriegen, / ganz wurscht, unter welcher Regierung.“ Wem legt Kästner wohl diese Worte in den Mund? Ganz einfach: Die militärische Wiederaufrüstung der jungen Bundesrepublik brachte vielen ehemaligen Wehrmachts-Generälen wieder Arbeitsmöglichkeiten.

Dann gibt es, wie überall, in der BRD auch den Pechvogel. Der Pechvogel hat immer die Finger dazwischen, wenn irgendwo eine Tür zufällt. Sogar dann noch, wenn es sich zuletzt um die Himmelstür handelt…

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