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Klimbim

von Gabriel Weber

(Dies ist mein Blog Nr. 450!) Einer der grössten Skandäle in der Geschichte Frankreichs war im Jahr 1785 die sogenannte Halsbandaffäre (L’affaire du collier).

Louis René Édouard de Rohan –  Aristokrat, Kardinal, Bischof von Strassburg, Gross-Almosenier von Frankreich etc. – hatte fast alles. Doch etwas fehlte ihm: Königin Marie Antoinette strafte ihn mit Verachtung. Um die Gunst Ihrer Majestät zu gewinnen, war der lebenslustige Kirchenfürst bereit, fast alles zu tun. Jeanne de La Motte war eine verkrachte Gräfin, die unbedingt ein Leben in Saus und Braus führen wollte. Zu diesem Zweck becircte sie den Kardinal, tat so, als verstehe sie sich gut mit der Königin, und bat ihn „für sie“ um Geld. Kardinal de Rohan tat ihr natürlich gern den Gefallen. Zur gleichen Zeit hatte zwei Pariser Juweliere ein Diamanten-Collier fabriziert, dass nicht seinesgleichen hatte; Die Königin zeigte jedoch wenig Interesse. Deshalb wandte sich die Juweliere Böhmer und Bessange mit der Bitte um Fürsprache an Madame de La Motte, die angebliche Busenfreundin der Königin. Das Ende vom Lied: Die Königin sah das Collier nie; Die Juweliere sahen ihr Geld nie; Die La Motte verduftete mit den Diamanten; Rohan, der die Sache vermittelt und für die Bezahlung gebürgt hatte (im Glauben, Ihrer Majestät damit einen Gefallen zu tun), war blamiert. Er wurde sogar verhaftet, später allerdings freigesprochen. Der Skandal war auf jeden Fall perfekt. Umso mehr, als auch ein guter Bekannter des Kardinals, Graf Cagliostro, in die Sache verwickelt zu sein schien. Ungerechterweise entlud sich der Volkszorn weder über Seiner leichtgläubigen Eminenz noch über der später verurteilten Comtesse, sondern über der schon damals sehr unbeliebten Marie Antoinette.

Nachlesen kann man die ganze Geschichte in Marie Antoinette und die Halsbandaffäre von Benedetta Craveri. Wie konnte aus einem im Grunde harmlosen Betrug eine solche Staatsaffäre werden? Auch sonst gibt es in diesem Thriller noch einige offene Fragen.

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