Upstairs, Downstairs

So eine Art Mischung aus Oliver Twist, Downton Abbey und Harry Potter ist Holly Webbs Roman Rose und das Geheimnis des Alchemisten.

Die kleine Rose lebt in einem stark fiktionalisierten viktorianischen London, und zwar im Waisenhaus von St Bridget’s (Viktorianische Waisenhäuser! Ich kann es mir lebhaft vorstellen…). Ihre grosse Stunde schlägt, als sie Dienstmädchen wird. Bei Aloysius Fountain lernt Rose einen echten Upper-Class-Haushalt kennen: Downstairs (unten) lebt das Personal, streng hierarchisch gegliedert, regiert von der Haushälterin. Als jüngstes Dienstmädchen steht Rose natürlich zuunterst in der Rangordnung. Upstairs (oben) lebt die Herrschaft, Mr Fountain, von Beruf Alchemist bzw. Zauberer, seine Tochter Isabella, eine furchtbar verzogene Göre – und Frederick „Freddie“ Paxton, der Zauberlehrling des Hausherrn. Das neue Dienstmädchen lernt bald die wichtigsten Regeln. Immer die Hintertreppe benutzen, nie die Haupttreppe! Für die Herrschaft möglichst unsichtbar und unhörbar bleiben! Nur dann reden, wenn man gefragt wird! Vorläufig hat Rose nicht viel mit der Herrschaft zu tun, allerdings lernt sie den etwa gleichaltrigen Freddie näher kennen. Zunächst ist sie angewidert von diesem blonden Schnösel im Samtanzug, doch bei näherer Betrachtung sind sich die Beiden gegenseitig gar nicht so unsympathisch. Dann ist da noch der weisse Kater Gustavus, genannt Gus. Dass Rose sich mit ihm verständigen kann, ist nur eines von mehrerern seltsamen Ereignissen, die darauf hindeuten, dass Rose ebenfalls magische Kräfte besitzt. Sie ist zwar selber gar nicht so erpicht darauf, doch Freddie erkennt mit fachmännischem Blick ihr Talent. Viel dringender ist aber im Moment die Frage, warum in London immer wieder Kinder spurlos verschwinden, darunter auch Roses Waisenhaus-Freundin Maisie. Rose, Freddie und Gustavus (etwas später gesellt sich auch Isabella hinzu, die viel brauchbarer ist, als man annehmen sollte) machen sich auf die Suche. Und sie entdecken etwas Schauerliches…

Wie schon eingangs angedeutet: Dieses Buch bietet jedem etwas, von der Sozialgeschichte bis zur Fantasy.

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