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In blaues Tuch gehülltes Abführmittel

Ach, Sie wissen nicht, was das ist? Ein Polizist (Aber Vorsicht! Dieser Ausdruck kostete in Bochum einmal 300 D-Mark Geldstrafe. Beamtenbeleidigung…). Schimpfwörter können ungemein wohltuend sein, auch wenn (und gerade weil) in vielen Fällen niemand so genau weiss, was sie eigentlich bedeuten. Für solche Fragen gibt es Das grosse Schimpfwörterbuch von Herbert Pfeiffer.

Also, dann schimpfen wir mal! An die Adresse von Frauen: Circe! Gewitterziege! Heulsuse! Beisszange! Waschweib! An die Adresse von Männern: Bierfass! Pantoffelheld! Milchbubi! Brutalo! Halbes Hemd! Geschlechtsneutral: Leiche auf Urlaub! Lahme Ente! Hofschranze! Schönwetterdemokrat! Zweckoptimist! Manchmal beweisen die Schimpfwörter bemerkenswerte Kreativität, zum Beispiel im Fall von Sargnagel, Pumpier (wie „Bankier“ mit französischer Endung auszusprechen) oder Pfingstochse. Ausdrücke wie Seelenklempner, Pfaffe, Beamtenseele oder Pauker deuten auf bestimmte (nicht immer besonders geschätzte) Berufe hin.

Das tut gut, was? Sogar Kapitän Haddock könnte da noch etwas lernen! Man braucht diese Wörter ja niemandem an den Kopf zu werfen, aber sie manchmal leise vor sich hin zu sagen oder sie einsam im stillen Kämmerlein laut herauszuschreien, das ist eine wahre Wohltat. Zu meinem Lieblingswörtern gehören übrigens Adabei (jemand, der unbedingt immer überall, wo etwas los ist, „auch dabei“ sein muss) und Gschaftlhuber (ein vielbeschäftigter Mensch, der ununterbrochen furchtbar viel zu tun hat).

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