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Archiv vom 3. Mai 2018

3. Mai 2018

Wo brennt’s, Erik?

Fast jeder kennt das Musical The Phantom of the Opera von Andrew Lloyd Webber. Aber wer kennt die Vorlage, den Roman Le fantôme de l’Opéra von Gaston Leroux?

Als Armand Moncharmin und Firmin Richard, die beiden neuen Direktoren der Pariser Oper, ihr Amt antreten, halten sie die Gerüchte von einem Phantom für albernes Gerede bzw. für einen schlechten Scherz. Es gibt da aber tatsächlich jemanden. Einen maskierten Jemand, der sich von der Operndirektion gut bezahlen lässt – quasi als Gegenleistung dafür, dass er den Betrieb nicht sabotiert. Und er hat ziemlich rabiate Methoden, um seinen Forderungen einen gewissen Nachdruck zu verleihen (Stichwort Kronleuchter)! Die junge Sängerin Christine Daaé kennt das Phantom besser, als ihr lieb ist: Es handelt sich um einen Mann namens Erik, der, obwohl musikalisch und technisch ausserordentlich begabt, wegen seines fürchterlich entstellten Gesichtes von der Menschheit ausgestossen wurde; die komplizierte Vorgeschichte wird in den Film- und Bühnenversionen meistens unterschlagen. Jedenfalls hat er sich schliesslich im untersten Kellergeschoss der Opéra Garnier einquartiert. Als Erik seine geliebte Christine, die mit dem Aristokraten Raoul de Chagny so gut wie verlobt ist, eines Tages in sein unterirdisches Heim entführt, reisst sie ihm die Maske vom Gesicht…

Vermutlich wären Leroux und sein Phantom schon lange in Vergessenheit geraten, wäre nicht der Filmproduzent Carl Laemmle auf das Buch gestossen (siehe Blog vom 28. November 2013). Seither treibt Erik in unzähligen Variationen auf der Leinwand und auf der Bühne sein Unwesen. Übrigens ist die Opéra Garnier in Paris eines der faszinierendsten Gebäude, die ich je betreten habe.