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Archiv vom 10. April 2018

10. April 2018

Richard oder nicht Richard…

by Gabriel Weber

…das ist die Frage im Roman Das dunkle Haus am See von Sarah Smith.

Der Chemiker Alexander von Reisden, wohnhaft in Lausanne, fährt 1906 zu einem Kongress nach Boston. Zuvor hat er bereits von einer abenteuerlichen Geschichte gehört: Rund 20 Jahre früher ist der Millionär William Knight ermordet worden. Sein kleiner Enkel Richard, der designierte Erbe seines Vermögens, verschwand wenig später spurlos – Das Ganze ist bis heute ungeklärt. Besonders rätselhaft ist jedoch die Tatsache, dass Alexander dem verschwundenen Richard offenbar verblüffend ähnlich sieht. Und gerade jetzt will Gilbert Knight seinen Neffen Richard offiziell für tot erklären lassen. Oder doch nicht? Manche Leute haben jedenfalls ein Interesse daran, dass Richard für tot erklärt wird und der einst von seinem Vater zugunsten Richards enterbte Gilbert in den Besitz des Knightschen Vermögens kommt. Gilbert selber zögert jedoch. Erstens ist er persönlich vom Ableben seines Neffen keineswegs überzeugt und zweitens möchte er begreiflicherweise nicht als habgieriger Erbschleicher dastehen. Und jetzt taucht plötzlich dieser psychisch angeschlagene Baron aus Europa auf, der an Gedächtnisstörungen leidet. Seine früheste Erinnerung besteht darin, dass er als etwa Zehnjähriger zu seinem Vormund nach Österreich kam; davor ist alles zappenduster. Reisden wird unsicher; ist er Richard? Er glaubt es nicht. Und doch… Es gibt nur eine Möglichkeit, die Sache ein für alle Mal zu klären: Alexander von Reisden begibt sich zusammen mit Gilbert Knight und dessen Adoptivsohn Harry nach New Hampshire in das Landhaus, in dem der Alte seinerzeit ums Leben kam (eben jenes „dunkle Haus am See“), um herauszufinden, was damals wirklich passiert ist. Entdeckungen lassen nicht lange auf sich warten.

Das war eben eine Zeit noch ohne DNA-Tests! Übrigens tat der kleine Richard Knight damals, unmittelbar nach der Ermordung seines Grossvaters und kurz vor seinem eigenen Verschwinden, einen mysteriösen Ausspruch: „Ich sage nichts.“ Nicht „Ich weiss nichts“ – man beachte den Unterschied!