„Ja, so ein Cowboy müsst‘ man sein…“

Das sangen Peter Alexander (siehe Blog vom 7. August 2014) und Gunther Philipp (siehe Blog vom 7. Oktober 2014) im Film Graf Bobby im Wilden Westen. Manche Länder haben ganz spezielle Elemente zur Populärkultur beigesteuert. Japan die Ninjas, Frankreich die Fremdenlegion – und Amerika eben die Cowboys.

Ursprünglich waren die Cowboys, wie der Name schon andeutet, Rinderhirten. Nach dem Sezessionskrieg bestand im ausgehungerten Nordosten der Vereinigten Staaten eine grosse Nachfrage nach Fleisch. Also kamen Viehhändler nach Texas, wo es sehr viele Rinder gab, und begannen die Trecks, das Treiben riesiger Rinderherden über grosse Distanzen. Das Geschäftsmodell bewährte sich und breitete sich auch in Richtung Norden aus, über Nebraska bis nach Montana. Der Longhorn-Boom begünstigte nicht nur den Reichtum der Rinderkönige, sondern auch die immer weiter fortschreitende Besiedelung des amerikanischen Westens und den Nachwuchs der Cowboys. Natürlich versuchten dabei auch viele dubiose Individuen ihr Glück, indem sie beispielsweise Banken überfielen. Der Selfmade-Reichtum der Rinderkönige, der Pioniergeist der Besiedelung neuer Gebiete, „heroische“ Kämpfe mit den Indianern, das Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmung, das „Ein-richtiger-Mann-Sein“ – das alles trug dazu bei, dass der „Wilde Westen“ zum nationalen Kulturgut wurde, besonders rückblickend, in Literatur, Film und Folklore. Auch das Gefühl, eine Waffe zu tragen und, ohne Belästigung durch den Staat, selber für sein Recht zu kämpfen, ist in Amerika leider immer noch sehr populär… Übrigens bestand ein strenger Ehrenkodex. Diebstahl von Vieh (Lebensgrundlage vieler Menschen) oder Pferden (mitten in der Wildnis oft fatal für den Bestohlenen) waren die schwersten Verbrechen. Die „Heldentat“ Wilhelm Tells in der Hohlen Gasse bei Küssnacht (das Erschiessen eines ahnungslosen Gegners aus dem Hinterhalt) hätte im wilden Westen kaum Begeisterung ausgelöst, eher Verachtung (So sind die Ansichten eben verschieden – der Freiheitskämpfer des Einen ist der Hochverräter des Anderen).

Heinz-Josef Stammel beschreibt in Das waren noch Männer die Kulturgeschichte der Cowboys fern von allen Legenden und Klischees.

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