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Die Macht der Sprache

von Gabriel Weber

Moby Dick (Blog vom 30. Januar 2018) spielt auch in einem Jugendbuch von Michael Gerard Bauer eine wichtige Rolle. Das sieht man schon am Titel: Nennt mich nicht Ismael!

Der vierzehnjährige Ismael Leseur leidet unter seinem Namen. Seine Eltern sind grosse Fans von Herman Melville und seinem berühmten Roman Moby Dick, deshalb haben sie ihren Sohn Ismael genannt – ausgerechnet! Ständig wird Ismael in der Schule wegen seines Namens gehänselt, besonders der Klassentyrann Barry Bagsley hat ihn zu seinem Lieblingsopfer erkoren. Ismael duckt sich, zieht den Kopf ein und versucht, den Terror zu ertragen – bis eines Tages ein Neuling in die Klasse kommt: James Scobie. Dieser kuriose Kauz setzt Barry und seine Clique im Handumdrehen schachmatt. Nicht durch Gewalt, sondern durch sprachliche Gewandheit und die Tatsache, dass er (nach eigener Aussage) gar keine Angst empfinden kann, selbst wenn er wollte. Ismael ist sehr beeindruckt. Allerdings fällt ihm das Herz in die Hose, als Scobie an der Schule einen Debattierklub gründet und ausgerechnet ihn, Ismael Leseur, unbedingt mit ins Boot holen will. Vor einem Publikum zu sprechen ist nämlich so ziemlich das Schlimmste, was es für den armen Ismael gibt. Aber wenn er beim Debattieren nicht mitgemacht hätte, dann wäre er Kelly Faulkner nicht begegnet und das wäre doch wirklich schade…

In diesem Buch kann man viel über die Kraft der Sprache lernen und darüber, wie man damit rohe Gewalt besiegen kann. Ein weiterer interessanter Punkt ist das Geheimnis von James Scobies Furchtlosigkeit. Ach, übrigens: Ismael ist eigentlich ein sehr hübscher Name, finde ich.

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