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Friede auf Erden

von Gabriel Weber

Eines der (in mehrfacher Hinsicht) imposantesten Bücher, die ich in meiner Buchplanet-Karriere je auf dem Schreibtisch hatte, ist Pax Mundi. Livre d’or de la paix.

Das Buch, 1932 von der Ligue Mondiale pour la Paix herausgegeben, enthält Faksimiles von handschriftlichen Botschaften zum Thema Frieden, und zwar von den prominentesten Leuten jener Zeit. Unter den Beiträgen für Deutschland findet man Albert Einstein und Thomas Mann, aber auch den Luftfahrt-Pionier Hugo Eckener und den Präsidenten des Reichstags, Paul Löbe. Für Frankreich haben sich u. a. Paul Doumer, der Präsident der Republik, ferner Aristide Briand und Marschall Philippe Pétain eingetragen. Die Delegation von Grossbritannien umfasst beispielsweise Ramsay MacDonald, Premierminister Seiner Majestät, und „Ober-Pfadfinder“ Robert Baden-Powell. Gekrönte Häupter wie König Carol von Rumänien und König Alfonso von Spanien, ja sogar der König des Irak und der Kaiser von Annam, dem heutigen Vietnam, haben ihre Unterschriften in das Goldene Buch gesetzt. Ebenso Geistesgrössen wie Marie Curie (Frankreich, eine der wenigen Frauen), Rabindranath Tagore (Indien), George Bernard Shaw (Irland), H. G. Wells (Grossbritannien) und Maurice Maeterlinck (Belgien). Autofabrikant André Citroën (Frankreich) fehlt ebenso wenig wie Opernsänger Fjodor Schaljapin („Weisses Russland“, also nicht die Sowjetunion). Der Maharadscha von Kapurthala (Indien) bringt es kurz und bündig auf den Punkt: „Je déteste la guerre et j’aime la paix.“ Vizepräsident Charles Curtis und Franklin Roosevelt, damals noch Gouverneur von New York, gehören zu den Leuten, die Amerika repräsentieren. Die Schweiz ist u. a. durch die Bundesräte Giuseppe Motta, Jean-Marie Musy und Edmund Schulthess vertreten. Minister, Diplomaten, Bischöfe, ja selbst Generäle melden sich zu Wort. Die Lektüre ist nicht nur deswegen interessant, weil einige dieser Herrschaften beim Gedanken an den Frieden geradezu poetisch wurden, sondern auch wegen der verschiedenen Handschriften.

Rund 4 Kilo wiegt dieses Buch. Schön, wenn dem Frieden ein solches Gewicht beigemessen wird! Aber wie viel da wohl auch geheuchelt wurde…

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