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Was soll das Pfand in meiner Hand?

von Gabriel Weber

Leute, die nicht wissen, was sie über Weihnachten und Neujahr tun sollen, können einen Blick in Ludwig von Alvenslebens Handbuch für Gesellschaftsspiele werfen.

27 Spiele für draussen sind da aufgeführt, darunter Klassiker wie Fussball und Krocket (Kennen Sie nicht? Das ist ein Spiel, bei dem man mit so einer Art Hammer einen Ball durch kleine Tore schiesst). Es gibt aber auch Bewegungsspiele für drinnen, man braucht nur ein bisschen Platz. Dann sind da natürlich die Pfänderspiele: nicht weniger als 26 Stück, gefolgt von insgesamt 86 verschiedenen Möglichkeiten, wie man die abgegebenen Pfänder wieder einlösen kann, sorgfältig aufgeteilt in solche mit Küssen und solche ohne Küsse. Foppspiele, also Spiele, bei denen jemand an der Nase herumgeführt wird, sind mit Vorsicht zu geniessen; man kann da nämlich leicht an jemanden geraten, dem der nötige Humor fehlt. Das würde für alle Beteiligten das Vergnügen stark dämpfen. Für fortgeschrittene Spielerinnen und Spieler gibt es Verstandes- und Gedächtnisspiele. Immer wieder furchtbar amüsant sind auch so kleine Stegreif-Aufführungen, mit denen beispielsweise Sprichwörter oder Silbenrätsel dargestellt werden.

Na, mit diesem Buch kann an langweiligen Weihnachtsfeiern und ähnlichen Anlässen ja nichts mehr schiefgehen. Vorausgesetzt natürlich, dass man Frakturschrift lesen kann (das Buch ist nämlich aus dem Jahr 1918 – gerade passend zum Jubiläum).

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