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Archiv vom 12. Dezember 2017

12. Dezember 2017

Tantchen amüsiert sich

Zu den bekanntesten Werken des russischen Schriftstellers Fjodor Michailowitsch Dostojewski gehört der Roman Der Spieler.

Ein junger russischer Hauslehrer mit Vornamen Alexei Iwanowitsch kommt im Gefolge seines Arbeitgebers, eines Generals, nach Roulettenburg (natürlich fiktiv, modelliert nach Wiesbaden, Bad Homburg und anderen deutschen Städten mit Spielbanken-Tradition). Der General hält mit Familie und Dienerschaft in einem Hotel grossartig Hof, ist aber in Wirklichkeit fast mittellos. Pauline Alexandrowna, die Stieftochter des Generals, bittet den Hauslehrer, für sie Roulette zu spielen, weil sie dringend Geld braucht. So kommt der junge Mann mit dem Glücksspiel in Berührung. Und das hat seine Folgen; schon bald spielt er auf eigene Rechnung. Eines Tages trudelt die ebenso betagte wie reiche Erbtante des Generals in Roulettenburg ein – Antonida Wasiljewna Tarasewitschewa (Wiederholen Sie das dreimal hintereinander!), auf deren Ableben man schon lange wartet – und begibt sich geradewegs an den Spieltisch. Die temperamentvolle alte Dame hat nämlich absolut nicht die Absicht, demnächst zu sterben. Und so rollt und rollt die Kugel.

Der Rausch des Glücksspiels, die Sucht (siehe Blog vom 15. Dezember 2016)… Vermögen, die in kürzester Zeit gewonnen und wieder verloren werden… Dostojewski wusste, wovon er sprach bzw. schrieb. Er verspielte selber sein Geld in Wiesbaden – und hat dort heute ein Denkmal.