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Gullivers andere Reisen

von Gabriel Weber

Lemuel Gullivers Reisen nach Liliput (Land der Zwerge) und Brobdingnag (Land der Riesen) sind allgemein bekannt. Weniger bekannt ist hingegen, dass Jonathan Swifts Romanheld auch noch zwei weitere Reisen unternommen hat, die kaum weniger spektakulär sind.

Auf seiner dritten Reise wird der englische Schiffsarzt Lemuel Gulliver von Piraten überfallen und in einem kleinen Boot ausgesetzt. So gerät er nach Laputa. Dies ist eine fliegende Insel, deren Bewohner so tief in Gedanken versunken sind, dass sie nichts sehen, nichts hören und nichts sagen, sofern man sie nicht durch sanftes Klopfen oder Schlagen daran erinnert. Weil das bei Gulliver nicht nötig ist, haben die Laputier keine hohe Meinung von den geistigen Kapazitäten ihres Besuchers. Die nächste Station auf dieser Reise ist Balnibari. Dort haben die Leute die kuriosesten Ideen bezüglich Landwirtschaft und Bauwesen, was dazu führt, dass die Häuser verfallen, die Menschen verarmen und das Land brachliegt, während die Leute ihre angeblich so „fortschrittlichen“ Schnapsideen nur umso eifriger verfechten. Besonders die Gelehrten an der Akademie beschäftigen sich absolut ernsthaft mit den absurdesten Experimenten – in der felsenfesten Überzeugung, der Menschheit damit einen Dienst zu erweisen. Die Insel Glubbdubdrip wird von Zauberern bewohnt, deren Gouverneur in der Lage ist, die Geister von Verstorbenen heraufzubeschwören; Gulliver begegnet bei dieser Gelegenheit zum Beispiel Alexander dem Grossen und Julius Cäsar. Im Königreich Luggnagg muss jeder Zeitgenosse, der vom Monarchen empfangen wird, auf dem Weg zum Thron den Staub vom Boden auflecken (im vorliegenden Fall hat man den Boden freundlicherweise vorher geputzt – das ist nicht immer so!). Die vierte Reise führt Gulliver – inzwischen Kapitän geworden und einer Meuterei zum Opfer gefallen – in das Land der Houyhnhnms. Bitte was? Houyhnhnms sind so eine Art hochintelligente Pferde.

Gullivers Reisen von Jonathan Swift, dieser Klassiker der Weltliteratur, der oft fälschlicherweise für ein Kinderbuch gehalten wird, ist natürlich auch bei buchplanet.ch erhältlich.

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